DL-Aktiv 2019

Einwunderbares Heimatgedicht von Peter Rosegger:

Ein Freund ging nach Amerika
Und schrieb mir vor einigen Lenzen:
Schicke mir Rosen aus Steiermark,
Ich hab' eine Braut zu bekränzen!

Und als vergangen war ein Jahr,
Da kam ein Brieflein gelaufen:
Schicke mir Wasser aus Steiermark,
Ich hab' ein Kindlein zu taufen!

Und wieder ein Jahr, da wollte der Freund,
Ach, noch was anderes haben:
Schicke mir Erde aus Steiermark,
Muss Weib und Kind begraben!

Und so ersehnte der arme Mann
Auf fernsten, fremden Wegen
Für höchste Freud', für tiefstes Leid
Des Heimatlandes Segen.

Veranstaltungen 2019: 

27.1.2019 - Gedenken an Marburger Blutmontag/ Fahrt nach Marburg

7.2.2019 - 100 Jahre Frauenwahlrecht

6.4.2019 - Sonderführung Murkraftwerk

18.5.2019 - Besuch des Luftfahrtmuseums Graz - Thalerhof

31.8.2019 - 100 Jahre Friedensdiktat St. Germain/ Grenzlandwanderung ab St. Lorenzen

28.9.2019 - Auf den Spuren frühneuzeitlicher Glasherstellung/ Waldglashütte beim Klugbauer

24.10.2019 - General Walter Fallmann und Oberst Peter Bobik referieren zum Thema: „Exekutive und Bundesheer als Friedenstruppe im Auslandseinsatz“

 

Marburger Blutsonntag

DL-Aktiv gedenkt der verlorenen Heimat! 

Vor 100 Jahren, am 27.Jänner 1919, beim Marburger Blutmontag, schossen slowenische Soldaten auf etwa 10.000 deutsche Untersteirer. Auf dem Marburger Hauptplatz blieben 12 Tote und etwa 60 Verletzte liegen. Dieser dramatischen Ereignisse gedachten am 27.1.2019, in würdigem Rahmen, Angehörige der deutschen Volksgruppe in Slowenien, diverse Heimatvereine und eine Abordnung von DL-Aktiv, unter Leitung von Obfrau GR Ruth Siegel.

Was waren die historischen Hintergründe dieser Bluttages?

Unmittelbar nach dem Thronverzicht von Kaiser Karl I. wurde am 12.November 1918 die Republik Deutschösterreich proklamiert.  Diese beanspruchte „die Gebietshoheit über das geschlossene Siedlungsgebiet der Deutschen“ im österreichischen Landesteil Cisleithanien der untergegangenen Doppelmonarchie.  Dabei berief sie sich auf das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker, wie es im 14-Punkte-Programm des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson für die Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg propagiert worden war. Eine entsprechende Entscheidung der Landesversammlung in Graz vom 6. November 1918 hatte die Provisorische Nationalversammlung der Republik in Wien am 22. November 1918 bestätigt.  Ausgenommen blieben lediglich die geschlossenen slowenischen Siedlungsgebiete, deren Überlassung an den am 29. Oktober gegründeten Staat der Slowenen, Kroaten und Serben mehr oder weniger unvermeidlich erschien. Der Verbleib des Drautals bei Deutschösterreich galt jedoch als beschlossene Sache. Die deutsche Bevölkerung prägte schon seit Jahrhunderten die Region – nicht zuletzt, weil sie die Mehrheit in den Städten Marburg, Cilli und Pettau bildeten. Ungeachtet dessen versuchte die Führung des Staates der Slowenen, Kroaten und Serben sofort vollendete Tatsachen zu schaffen, indem sie die drei Ortschaften mit der übrigen Untersteiermark besetzen ließ. Die mit der Annexion betrauten slowenischen Landsturmeinheiten standen unter dem Kommando von Rudolf Maister.  Der ehemalige Major der k. u. k. Streitkräfte war eines glühenden slowenischen Nationalisten und hatte am 1. November 1918 die Kontrolle über Marburg an der Drau übernommen.  Maister agierte überaus brutal. Reguläre deutsche Militärangehörige und Polizisten ließ er entwaffnen und nach Österreich abschieben; das gleiche Schicksal traf viele nichtslowenische Beamte. Anschließend erlangte der inzwischen vom Staat der Slowenen, Kroaten und Serben zum General beförderte Offizier mit Hilfe von 4000 slowenischen Freiwilligen die Kontrolle über die gesamte Untersteiermark.  Zu diesem Zeitpunkt bestand noch die Hoffnung, dass eine US-amerikanische Kommission unter der Leitung von Oberstleutnant Sherman Miles, der im Auftrag der Entente die ethnischen Verhältnisse in Unterkärnten und der Untersteiermark untersuchen sollte, für eine gerechte Gebietsaufteilung sorgen würde. Um die Kommission zu begrüßen und ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Deutschösterreich abzulegen, versammelten sich am Vormittag des 27. Januar 1919 rund 10 .000 Deutsche aus Marburg und der Umgebung auf dem Hauptplatz der Stadt.  Ihnen gegenüber standen slowenische Wachtposten, diese feuerten auf Befehl von Maister immer wieder auf die versammelten Deutschen, wobei 13 Zivilisten starben und 60 Verletzungen erlitten. Danach ließ Maister die Straßen und Plätze räumen sowie sämtliche Spuren des Massakers beseitigen, bevor er die vier US-Emissäre zum Mittagessen empfing. Eine Gelegenheit, ihr Anliegen vorzutragen, erhielten die Einwohner von Marburg nicht. Dies dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass kein Volksentscheid über die territoriale Zugehörigkeit der Untersteiermark stattfand und das Gebiet im Pariser Vorortvertrag für Österreich, dem Frieden von Saint-Germain, dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dem späteren Jugoslawien, zugeschlagen wurde. Es folgte eine forcierte Slowenisierung.  In deren Folge sank die Zahl der deutschsprachigen Einwohner Marburgs von einstmals 22653 im Jahre 1910 auf 2741 im Jahre 1931.  Die Verbliebenen traf zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit Flucht und Vertreibung eine noch deutlich schlimmere Welle der Gewalt als 1919.  So ergab die Volkszählung von 1948 nur noch 268 Deutschstämmige. Heute gibt es in der gesamten Untersteiermark noch um die 1000 Deutschstämmige. Dieser Minderheit verwehrt die inzwischen unabhängige Republik Slowenien  jeglichen  offiziellen  Minderheitenstatus,  wohingegen  Maister  in  dem  EU-  und  NATO-Mitgliedsland  als  einer  der  „heroischen“ Gründungsväter des Landes verehrt wird.

Nach der gastfreundlichen Bewirtung im Vereinshaus des Kulturvereins „Brücke“ kehrte die DL-Aktiv Abordnung überaus nachdenklich heim – glücklich wer eine Heimat hat und glücklich, wer solche historischen Zusammenhänge heute noch einordnen kann, all das ist nicht selbstverständlich.

bst

 

sdr

 

 

 

 

Frauenvortrag

FrauenwahlrechtWoche

https://www.meinbezirk.at/event/deutschlandsberg/c-workshop-seminar-infoveranstaltung/referat-zu-100-jahre-frauenwahlrecht_e257883

Frauenwahlrecht

  • DL-Aktiv Schwerpunktabend: 100 Jahre Frauenwahlrecht
    Am 7.2. lud DL-Aktiv, Obfrau GR Ruth Siegel, im GH Kolar zu einem
    historischen Rückblick ein und konnte zahlreiche Freunde von DL-Aktiv für das
    Thema des Abends interessieren. Sie berichtete von den kämpferischen Damen,
    abfällig Suffragetten genannt, welche bereits 1849 – 1861 das Wahlrecht auf
    Gemeinde- und Landesebene für Besitzende und Gebildete erkämpften. Der
    Durchbruch allerdings gelang erst 1918, als das allgemeine aktive und passive
    Wahlrecht für alle österreichischen Staatbürgerinnen und Staatsbürger
    eingeführt wurde. Das war mit der Ausrufung der 1.Republik, nach
    Zusammenbruch der Habsburgermonarchie, auch eine zwingende demokratische
    Notwendigkeit geworden und so zogen auch gleich die ersten acht Frauen als
    gewählte Mandatarinnen ins Parlament ein. Bis zur endgültigen
    Gleichberechtigung von Mann und Frau verging noch viel Zeit, denn erst 1979
    wurde das Gleichbehandlungsgesetz beschlossen und 1993 gleicher Lohn für
    gleiche Arbeit Realität. Warum allerdings heute so viele Wahlberechtigte nicht
    von ihrem demokratisch hart erkämpften Wahlrecht Gebrauch machen, wurde
    vom aktiv teilnehmenden Publikum hitzig diskutiert. Dipl. Ing. Dudeck meinte,
    dass bei einer breiteren, direktdemokratischen Abstimmungsmöglichkeit das
    Wahlvolk aktiver am politischen Geschehen teilnehmen würde. Dem
    Widersprach Flugkapitän Andreas Müller, der meinte, dass sehr viele
    Bürgerinnen und Bürger an den Problemen der Staatspolitik gar nicht
    interessiert seien und sehr oft die Ausmaße von politischen Entscheidungen
    nicht abschätzen können, weil ihnen das Wissen fehlt. Frau Pfäffli, die lange
    Zeit in der Schweiz gelebt hat, berichtete über das Schweizer Wahlsystem und
    dass erst 1990 im Kanton Appenzell die Frauen wählen durften. Der Soziologe
    Dr. Rudolf Moser stellte in seinem Referat fest, dass in unserer Gesellschaft ein
    beschleunigter Wertewandel das Verhalten der Frauen, von der Rolle als Mutter
    und Hausfrau, zu einer nach Selbstverwirklichung suchenden, berufstätigen und
    eigenständigen Bürgerin stattgefunden hat. Bedingt durch den damit
    verbundenen Geburtenrückgang und der nihilistischen Familienzerstörung,
    findet eine langsame Abschaffung der autochthonen Bevölkerungsstruktur statt.
    Nicht in allen Ländern der Welt ist allerdings die Gleichberechtigung der Frauen
    auch heute noch erreicht. Die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad rüttelte
    die Welt mit ihren Berichten auf, wie in islamischen Ländern Frauen gedemütigt
    werden und wie Versklavung, Genitalverstümmelung und Vergewaltigung
    tagtäglich normale Praxis sind. Die Vereinten Nationen ernannten sie zur
    Sonderbotschafterin und es ist zu hoffen, dass sie – ganz in der Tradition der
    Suffragetten - auch die islamisch unterdrückten Frauen zur Gleichberechtigung
    führen kann.
  • DL-Aktiv war mit dieser Veranstaltung wieder hoch aktuell, genauso wie im
    vergangenen Jahr, wo Herr Oberst Gottfried Pausch zum Thema „Blackout“
    referierte. Jetzt ließ sich auch die Steiermärkische Landesregierung davon
    inspirieren und alle Städte und Gemeinden müssen Vorsorgemaßnahmen
    ergreifen, wenn ein Stromausfall das tägliche Alltagsleben lahmlegen sollte.
    Auch Herr Mag. Oberst Hermann Mitterer ist mit seinem, bei DL-Aktiv
    vorgestellten Buch: „Massenmigration als Mittel zum Bevölkerungsaustausch in
    Europas Mitte“ auf der Bestsellerliste und sogar der profilierte Bischof Msgr.
    Athanasius Schneider stellte dazu in der Tageszeitung Il Giornale fest: „Hinter
    der Masseneinwanderung steht ein gelenkter Versuch das Christentum in Europa
    in Frage zu stellen.“ Vor hundert Jahren ging es darum, die Demokratie zu
    verwirklichen und zu festigen, heute müssen wir die erkämpften
    Errungenschaften bewahren und alle Versuche unsere abendländische Kultur zu
    zerstören erkennen, unsere Werte verteidigen und erhalten. Den Frauen fällt
    dabei wieder eine bedeutende Rolle zu, den schließlich ist ihr
    Bevölkerungsanteil in Österreich derzeit 51,3% und das ist die demografische
    Mehrheit.
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    DL-Aktiv überzeugte sich an der Mur vom „Grünen Strom“ 

    Obfrau GR Ruth Siegel konnte noch einen Sondertermin zur Besichtigung des neuen Mur Kraftwerkes, vor dessen Fertigstellung, ergattern – die Nachfrage war groß, allerdings seitens der Energie Steiermark mit 25 Teilnehmern begrenzt, sodass leider nicht alle Interessenten teilnehmen konnten. Kompetent begrüßte und führte die angehenden Frau Dipl. Ing. Julia daher in einer Extraschicht am vergangenen Samstag die angereisten Freunde von DL-Aktiv. Sie zeigte uns zuerst die nicht ganz konfliktfreie Entwicklungs- und Planungsjahre auf und all die bürokratischen Hürden der Realisierung. Die Umweltverträglichkeitsprüfung erfüllte aber alle ökologischen Auflagen, sehr zum Ärger so mancher Kraftwerksgegner, bei denen jedoch ganz einfach anscheinend automatisch der Strom aus der Steckdose kommt – aber das ist ein anderes Thema! „Fest gemauert in der Erden steht die Form aus Lehm gebrannt…“ heißt es in Schillers „Lied von der Glocke“ – nun – Lehm wurde beim Kraftwerksbau durch Beton und Stahl ersetzt und so steht heute die Form fertig an der Mur, nur mehr die riesigen Turbinen müssen eingesetzt werden, die Anstauung hat bereits begonnen und das Gefälle von 9,6 Meter wird in einigen Monaten erreicht werden, damit dann 20.000 Haushalte mit Strom versorgt werden können. Das Kraftwerk ist schon eine gigantische Ingenieursleistung heimischer Betriebe, immerhin wurde etwa 1.800 Arbeitsplätze während der Bauphase geschaffen und 90% der Aufträge gingen an heimische Betriebe. (Schiller dazu: „..von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß“) Aber nicht nur die technischen Zahlen mit der Leistung von 17,7 MW und 82 GWh beeindrucken, auch die zu schaffenden naturnahen Naherholungsmöglichkeiten und der zentrale Speicherkanal für eine reine Wasserentsorgung sind zukunftsorientiert. Die Möglichkeiten Wassersport, Familienspaß, Radfahren oder einfach die neue Aulandschaft zu genießen wird auch so manche Deutschlandsberger in den Süden von Graz locken. Insgesamt ein ökonomisch und ökologisch gelungenes Projekt und so können wir getrost mit Schiller enden: „soll das Werk den Meister loben – doch der Segen kommt von oben“

     

    DL-Aktiv hebt ab - auf den Spuren von Ikarus

    Obfrau GR Ruth Siegel lädt alle Freunde, und die es noch werden wollen, zu einer Sonderführung ins Luftfahrtmuseum Graz-Thalerhof ein.

    Treffpunkt am 18.05.2019 um 14.00 vor dem Eingang zum Luftfahrtmuseum - https://www.luftfahrtmuseum.at/  Anmeldung ist unbedingt erforderlich, da nur eine begrenzte Teilnehmerzahl geführt werden kann. Unkostenbeitrag inkl. Führung ca. 10.-

    Es ist DL-Aktiv eine besondere Ehre, dass Flugkapitän Andreas Müller, ehemaliger Karo-As Pilot, zweimaliger Vizeweltmeister im Verbandskunstflug und AUA-Kapitän, mit über 16.000 Flugstunden einer der erfahrensten Piloten Österreichs, für alle Fragen bzgl. militärischer und ziviler Luftfahrt zur Verfügung stehen wird. Eine oft gestellte Frage gleich vorweg: „Wie sicher ist die Fliegerei?“ Antwort: Sehr sicher, denn laut WHO sterben im Straßenverkehr jährlich weltweit 1,35 Millionen Menschen (2018) – im zivilen Luftverkehr starben hingegen 2018 – laut https://de.statista.com/ - 523 Menschen. Aber es wird sicherlich noch viele andere Fragen geben, denn die Faszination des Fliegens ist bei Alt und Jung wohl weit verbreitet und der Traum schwerelos abzuheben ein uralter Menschheitstraum. Der Ikarus-Mythos berichtet, dass Dädalus und sein Sohn Ikarus auf Kreta von König Minos gefangenen gehalten wurden. Sie flogen mit Federn, die mit Wachs zu einem Gestänge zusammengehalten wurden in die Freiheit, aber Ikarus wurde übermütig und flog immer höher – die Sonne schmolz das Wachs und er stürzte ins Meer. Diese Geschichte kennt jeder Pilot und die Grenzen des Möglichen werden bereits bei der Ausbildung eingeschärft – also genießen Sie, liebe Freunde von DL-Aktiv die Exkursion in die faszinierende Welt des Fliegens am 18. Mai und freuen sie sich unbeschwert auf ihren nächsten Flug! Glück ab – gut Land!

     

    Kurzer historischer Rückblick zu dieser weltweit einmaligen Kunstflugstaffel:

    Am 12.Juli 1975 wurde nach Monaten harten Trainings die erste öffentliche Vorführung auf dem Flugplatz Thalerhof bestritten. Das Publikum war begeistert – starteten doch alle vier Saab 105OE gleichzeitig. Die zweimal 12.685 N Leistung der Triebwerke beschleunigte auf einer Strecke von ca. 500 Meter die Flugzeuge zur Abhebegeschwindigkeit von 115 Knoten, also 213 km/h. Jetzt begann für die Zuschauer 17 atemberaubende Minuten mit Loopings, Rollen, Langsamflug und das alles in einer Höhe von 50 Meter über Grund. Minuten der Genauigkeit bei Geschwindigkeiten bis 720 km/h, wobei der Abstand zwischen den Flugzeugen oft nur ein halber Meter betrug. Nur Piloten mit mindestens 1000 Flugstunden wurden in den Verband aufgenommen – Hauptmann Andreas Müller war von Anfang an dabei und zeichnete sich vor allem durch seine Ruhe und seine Genauigkeit beim Fliegen aus. Als er zur AUA wechselte, flog er noch einmal, nach einer Pause von neun Monaten, mit nur zwei Trainingsflügen 1983 in der Staffel mit. Das Markenzeichen von „Karo – As“ war ein Looping in Kolonne und nochmals einen Looping ansetzen mit einer Auflösung zur Landung. Mehr als 300.000 Zuschauer sahen atemlos diese fliegerischen Bravourstücke. Mit der Einführung des Draken bei der Österreichischen Luftwaffe und dem Abgang einiger Saab-Piloten zur AUA löste sich leider der Vizeweltmeister-Verband auf – was bis heute in Erinnerung bleibt, sind die verwegenen Piloten mit ihren spektakulären engen Formationsfiguren bei tollen Flugshows und ihr Starkommandos: Ready? Go!

    DL-Aktiv Grenzlandwanderung - 100 Jahre Saint Germain: „Der Rest ist Österreich“

    Obfrau Ruth Siegel lädt alle geschichtlich interessierten Freunde und Grenzlandbewohner ein, der dramatischen Ereignisse vor 100 Jahren zu gedenken.

    Treffpunkt: 31. August um 11.00 in St. Lorenzen ob Eibiswald bei der Kirche.

    Mag. Dr. Rudolf Moser wird über das unbarmherzige Siegerdiktat von Saint Germain referieren. Bedingt durch die Niederlage der Mittelmächte konnten die Siegerstaaten des 1. Weltkrieges, speziell Frankreich, ihre unfassbaren, unverschämten Forderungen bedingungslos diktieren. Deutschland musste in Versailles der Gebietsabtretung von 75.000 qkm und seiner Kolonien zustimmen. Die österreich – ungarische Donaumonarchie, die einst Weltmachtgröße hatte, wurde überhaupt auf einen Rest reduziert, dem man kein staatliches Überleben zutraute. Die am 16.2.1919 neukonstituierte Nationalversammlung entsandte Staatskanzler Dr. Karl Renner zu den „Friedensverhandlungen“. Die österreichische Delegation wurde kaserniert und Verhandlungen fanden nicht statt, man musste alle Siegerforderungen bedingungslos akzeptieren und den "Vertrag" unterschreiben – vae victis!

    Der Grundstein für den 2. Weltkrieg wurde so von der Entente 1919 gelegt und Historiker (z.B. Christopher Clark: „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“) sprechen deshalb auch vom 30jährigen Krieg des 20. Jahrhunderts, der seinen Ursprung in Versailles und Saint Germain hatte. Für die Steiermark waren die Gebietsabtretungen der Untersteiermark und Krain niederschmetternd. Dramatische, ja unmenschliche Schicksale im Grenzland werden heute noch von Generation zu Generation weitergegeben.

    DL-Aktiv gedenkt der damaligen schweren Zeit – Grenzlandbewohner, die von ihren Vorfahren dazu  persönliche Geschichten gehört haben, sind herzlichst eingeladen diese, bei einem gemütlichen kulinarischen Ausklang, zu erzählen.

    DL-Aktiv erinnert an den Verlust der Heimat vor 100 Jahren

    Vergangenen Samstag konnte die Obfrau von DL-Aktiv, Ruth Siegel, zahlreiche Freunde und historisch Interessierte zu einer Gedenk-Grenzlandwanderung zum Thema: „100 Jahre Friedensdiktat von Saint Germain“ in St. Lorenzen ob Eibiswald begrüßen.

    Gerade dieses wunderschöne, südsteirische Grenzgebiet wurde von der willkürlichen Abtrennung der Untersteiermark und Krain vom übrigen steirischen Gebiet hart getroffen. So wusste der Obmann des Kameradschaftsbundes Deutschlandsberg, Herr Siegbert Porotschnig, von der mutigen Tat der Meßnerwirtin, Frau Maria Preßnig, zu berichten: sie kniete sich vor dem für die Siegermächte tätigen japanischen Offizier nieder, der den Auftrag hatte, die Gebietsabtretungen durch Grenzziehung durchzuführen und bat inständig, doch bestehende Familienverbände nicht zu trennen – mit Erfolg, eine neu errichtete Gedenktafel „Grenzbilder“ erinnert neben dem Kriegerdenkmal an diese dramatischen Ereignisse. Für die Grenzgemeinden Soboth, Laaken, Rothwein und St. Lorenzen brachen harte Zeiten an – sie wurden von jugoslawischen (damals SHS) Truppen besetzt, geplündert und geplagt. Das naturgegebene Hinterland, das Drautal, ging verloren, ein harter Existenzkampf begann, so gab es damals nicht einmal eine Verkehrsanbindung nach Eibiswald. In Kärnten verhinderte ein militärischer Abwehrkampf den Anschluss an Jugoslawien, im Gebiet Soboth wurde das Bekenntnis zur Heimat im Bergkirchlein St. Urban abgelegt – mit Erfolg, dieser Teil der Steiermark verblieb bei Österreich.

    Viele Überlieferungen aus der schweren Zeit wurden erzählt, so schilderte Herr Johann Fritz, vulgo Zwetti, aus St. Lorenzen, dass die damaligen Schüler es nicht verstanden, durch willkürliche Grenzziehung getrennt zu werden. Sie rebellierten und vernichteten die neuen Grenzsteine. Aber natürlich konnte dieser Bubenstreich die Siegerwillkür nicht verhindern, aber er zeigt, weltgeschichtliche Ereignisse müssen immer unschuldig betroffene Menschen ausbaden.

    In St. Lorenzen, im wunderbaren Kirchlein St. Leonhard in der Ebene (urkundlich erstmals 1545 erwähnt), dass bis 1829 zur Pfarre Mahrenberg, heute Radlje ob Dravi gehörte, fasste Herr Dr. Rudolf Moser die Ereignisse, die zu St. Germain führten, und die Folgen dieses Diktats zusammen. Die Donaumonarchie wurde zerschlagen und aus einer einstigen europäischen Großmacht wurde „der Rest“ – Deutschösterreich. Ein 80.000qkm „großes“ Gebiet mit 6 Millionen Einwohnern, dem eigentlich Niemand ein Überleben zutraute. Aber die Tüchtigkeit dieser Menschen wurde unterschätzt – es ist unseren Vorfahren zu verdanken, dass sie in diesem Staat jenen Wohlstand schufen, auf den wir heute aufbauen können. Sie sind nicht geflohen und weggegangen, sondern haben mit ihrer Hände Arbeit in der Heimat angepackt und wieder ein blühendes Land aufgebaut.

    Mit den Verträgen von Versailles und St. Germain wurden jedoch jene Grundlagen geschaffen, die zum 2.Weltkrieg führten, denn die Menschen in den Verliererstaaten akzeptierten nicht, so gedemütigt und ausgebeutet worden zu sein und wollten daher mit allen Mitteln eine Revision der Verträge herbeiführen.

    Als Ausklang all dieser historischen Informationen wurde nach Slowenien gewandert und in der Buschenschank Izletniska Kmetija Odernik, bei Freunden, eingekehrt, bestens organisiert von Frau Paula Dudek (ihr Ehemann, der Volkskundler Karl Dudek, wird übrigens der nächste DL-Aktiv Referent sein).

    Längst sind die feindlichen Gegensätze im Grenzgebiet überwunden und bei  Speis und Trank wurde viel diskutiert und Geschichten, die über Generationen überliefert sind, nachgedacht – denn nachdenklich sollten uns solche unnötigen Zwistigkeiten allemal stimmen, wozu sind so viele Millionen Menschen im vorigen Jahrhundert gestorben? Diese Frage kann wohl niemand beantworten.

    Die heimische, überparteiliche Initiative für Kunst,
    Kultur, Tradition, Brauchtum und vieles mehr……….
    ……….für ALLE !!

    Friedensnobelpreisträger als Vortragende!
    General Walter Fallmann und Oberst Peter Bobik referieren zum Thema:

    „Exekutive und Bundesheer als Friedenstruppe im Auslandseinsatz“
    Das norwegische Nobel-Komitee hat den Friedensnobelpreis 1988 den UN –
    Friedenstruppen verliehen. Umgangssprachlich als Blauhelmsoldaten bezeichnet, sichern auch österreichische Exekutivbeamte und Soldaten den Weltfrieden. Unsere Friedensnobelpreisträger waren bzw. sind etwa im Kosovo, Bosnien, Mali, Libanon, Ukraine, Kongo, Armenien, Georgien, Westsahara, Afghanistan, Tschad, Golanhöhen etc. im Einsatz und diese Einsätze sind nicht ungefährlich – bisher kamen dabei über 60 Österreicher ums Leben. Ihnen sei an dieser Stelle in Ehren gedacht!
    DL-Aktiv Obfrau Ruth Siegel ist es daher eine besondere Ehre zwei erfahrene
    Friedenssicherer begrüßen zu dürfen, die über ihre Erfahrungen
    am 24. Oktober 2019 um 19.00 Uhr, in Stainz, Gasthof Eckwirt
    referieren werden:

    Herr General Walter Fallmann
    war als polizeilicher Distriktskommandant („chief operations officer“)
    im Hauptquartier der UNO-Truppen auf Zypern, danach als „police
    commissioner“ der UN-Polizei in der Westsahara und in gleicher
    Funktion im strategisch bedeutsamen Ostslawonien (Hauptstadt
    Vukovar, wo er eine gemischte serbisch – kroatische Polizeitruppe
    kommandierte) im Einsatz. Seine langjährige Erfahrung konnte Herr General Walter Fallmann auch in Österreich, als Zentralinspektor und Kommandant der
    uniformierten Polizei in Graz, umsetzen.

    Oberst Peter Bobik
    nahm an drei Auslandseinsätzen in Bosnien in kommandierender
    CIMIC – Funktion („Civil Military Cooperation“) teil. Seine militärische Laufbahn ist deshalb bemerkenswert, da er als einziger österreichischer Milizoffizier vom Leutnant zum Oberst nur 15 Jahre benötigte. Er wird über seine Einsätze und CIMIC generell referieren, da diese Stabsfunktion ausgelagert, direkt
    dem Kommando unterstellt ist und interessante Aufgaben erfüllen
    muss. Oberst Bobik ist zivil auch gerichtlich beeideter Sachverständiger
    für Kunst-Antiquitäten und viel im Ausland unterwegs.
    Im Anschluss hofft das DL-Aktiv Team auf eine rege Diskussion und freut sich bereits jetzt, zahlreiche Interessierte begrüßen zu dürfen.
    Informationen übermittelt gerne: Ruth Siegel 0664/123 23 03

    • Zwei Friedensnobelpreisträger referierten bei DL-Aktiv
      Vergangenen Donnerstag konnte die Obfrau von DL-Aktiv Ruth Siegel, im
      gemütlichen und bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, beim „Eckwirt“ in
      Stainz, zum Vortrag: „Exekutive und Bundesheer im Auslandseinsatz“ die
      beiden Referenten, General Walter Fallmann und Oberst Peter Bobik.
      begrüßen.
      Das Thema ist deshalb interessant, aktuell und spannend, da österreichische Soldaten seit fast 50 Jahren an zahlreichen friedensstiftenden Auslandseinsätzen teilgenommen haben und Verteidigungsminister Mag. Starlinger in seiner aktuellen Studie „Unser Heer 2030“ von einem derzeitigen Bedarf an 1.100 Soldaten für internationale Friedens- und Ordnungseinsätze ausgeht. Er stellt in seiner Studie allerdings fest: „Den zunehmenden Bedrohungen steht derzeit ein
      Bundesheer gegenüber, das seine verfassungsmäßigen Aufgaben zum Schutz Österreichs mangels ausreichender Finanzierung und Ausbildungszeit nicht erfüllen kann.“ In seinem Einleitungsreferat ging Dr. Rudolf Moser, Major a.D., auf diese Lagebeurteilung ein und stellte fest, dass gerade von Bosnien, wo ja österreichische Soldaten Auslandsdienst leisten, eine immense Bedrohung durch nach Mitteleuropa einsickernde islamische Dschihadisten ausgeht und er zitierte einige Fakten dazu: „Seit dem 11.9.2001 sind über 30.000 islamische Terroranschläge mit rund 150.000 Toten weltweit nachgewiesen worden“ (Welt am Sonntag vom 28.04.2019) und der deutsche Generalbundesanwalt eröffnete 2018 durchschnittlich jeden Tag 3,3 neue Terrorverfahren gegen islamische
      Dschihadisten. Die Bedrohung ist auch in einer Statistik des BKA ersichtlich: in nur 4 Jahren wurden in Deutschland über 1 Million Straftaten von überwiegend muslimischen Flüchtlingen verübt.
      Geholfen und gegengesteuert kann nur durch Aktivität in umkämpften Gebieten werden. Und genau das tat Herr Oberst Bobik, bei seinen insgesamt 26 Monate dauernden Einsätzen in Bosnien als verantwortlicher CIMIC – Offizier („Civil Military Cooperation“). Er koordinierte zivile Aufbauprojekte, wie Wasserversorgung, Schulen, Instandsetzung von Gebäuden etc. in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen, Behörden, aber auch NGOs und Hilfeleistungen aus Österreich. Diese Aktivitäten halfen vor Ort die leidvollen Folgen des Balkankrieges zu lindern – allerdings sind die ethnischen und religiösen Differenzen zwischen Serben, Kroaten und Bosnier bis heute ein Pulverfass, dass jeden Augenblick wieder explodieren kann, so General Walter Fallmann, der die schwierige Aufgabe hatte, als UN-Polizeioffizier in Ost- Slavonien eine gemischte Polizeitruppe aufzustellen. Serben und Kroaten hatten sich blutigste Gefechte geliefert und waren tiefverfeindet. Trotzdem gelang es dem General in Zusammenarbeit mit örtlichen Kadern eine Polizei aus Kroaten
    • und Serben auf die Beine zu stellen, die einigermaßen die Ordnung hergestellt hat. Er berichtete von gefährlichen Einsätzen gegen die Mafia und örtliche Warlords, wie den berüchtigten Arkan. Einem Sprengstoffattentat ist er nur mit viel Glück entkommen.
      All diese Auslandseinsätze sind brandgefährlich und 60 Österreicher mussten ihre Friedensaktivitäten mit dem Leben bezahlen. In der anschließenden Diskussion stellte Hauptmann und AUA-Flugkapitän Andreas Müller fest, dass die publizierte prekäre Lage des österreichischen Bundesheeres sich seit Jahrzehnten abzeichnet und es am Willen der politischen Führung mangelt, den verfassungsmäßig vorgeschriebenen Einsatzzustand herzustellen. Auch die Fähigkeit unsere Grenzen zu sichern ist nicht gegeben. Zahlreiche Exekutivbeamte, ehemalige Schüler und Untergebene von General Fallmann, der ja auch Kommandant der uniformierten Polizei in Graz war, berichteten von ihren Erfahrungen. So etwa die beiden ehemaligen Chefinspektoren Peter Puster
      und Gerald Kienreich, der im Anschluss an diese interessante Veranstaltung
      gemeinsam mit General Walter Fallmann und dem Gastgeber, Eckwirt
      Wolfgang Krammer, von Obfrau Ruth Siegel mittels Ehrenurkunde in den Kreis der Freunde von DL-Aktiv aufgenommen wurde.
      Es war eine ungemein spannende und informative Veranstaltung, da die
      vorgetragenen Fakten so einer breiten Öffentlichkeit sicherlich nicht bekannt
      sind. Leider gibt es laufend weltweit Kriege und Konflikte, denen seit Ende des Zweiten Weltkrieges mindestens 25 Millionen Menschen zum Opfer fielen und der Ruf nach einer UN-Friedenstruppe wird ja gerade jetzt im Türkei – Syrienkrieg wieder angedacht. Wieder sollen vielleicht auch unsere Soldaten ihr Leben einsetzen, um Kriegsparteien zu trennen und unschuldige Zivilisten zu schützen – die Vergabe des Friedensnobelpreises 1988 an diese mutigen Blauhelmsoldaten erfolgte zurecht! DL-Aktiv dankt Herrn General Fallmann, Herrn Oberst Bobik und allen österreichischen Blauhelm-Friedensnobelpreisträgern für ihren unerschrockenen Einsatz!