Lupus est homo homini

werwolf

Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen

In den letzten fünfzig Jahren wurden weltweit über zweihundert Kriege geführt. Von manchen Konflikten berichten die Medien spektakulär, an anderen, meist  ökonomisch unbedeutenden Kriegsschauplätzen, wird von der Weltöffentlichkeit unbeobachtet nicht minder brutal gekämpft. Nicht die Ereignisse bewegen die Menschen sondern die Berichte über die Ereignisse.

Unsere friedensutopische Spaßgesellschaft wurde 1991 von den Reportagen über  Gewaltexzessen im multikulturellen Jugoslawien aufgeschreckt. Viele Jahre wurden religiöse, ethnische, kulturelle, soziale Unterschiede der Volksgruppen ignoriert, bis sich die scheinbar friedlichen Nachbarn in einem erbarmungslosen Bürgerkrieg gegenseitig zu töten begannen.

Auch unsere Biedermänner müssten längst erkennen, dass sich die Brandstifter bereits europaweit gastlich ausgebreitet haben. Die Ethnologie kennt solche Entwicklungsphänomene längst, immerhin gab es in der Menschheitsgeschichte über zehntausend Kriege. Der bekannte Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeld analysiert die Zwiespältigkeit und das Spannungsfeld unterschiedlicher sozialer Gruppen: “Wird eine friedliche Kultur nicht bald die Beute der weniger friedlichen?“

Die Geschichtsforschung berichtet kaum von friedlichen Epochen, sondern lehrt uns   Kriegsgeschichte, meist von den Siegern überliefert. Deshalb werden manche Ereignisse auch nicht aufgearbeitet, wie etwa die Völkermorde, des auch bei  EU-Verhandlungen aggressiv auftretenden „Eroberer Europas“, der Türkei, an den Armeniern, Bulgaren, Griechen und Kurden.

Die Armenier, monotheistische Christen, waren neben den Griechen, die kulturell bedeutendste Minderheit des Osmanischen Reiches. Ihre Tüchtigkeit war den Türken suspekt und so plante die islamfanatische und rassistische pantürkische Bewegung die Dezimierung des armenischen Volkes. Die eigens für diesen Genozid aufgestellte Spezialeinheit „Cete“,führte penibel geplante Zwangsislamisierungen, Zwangstürkisierungen sowie Vertreibung und Tötung von über zwei Millionen Armeniern durch. Die ausgemordeten Gebiete, mit über zweitausend Kirchenruinen, gehören noch heute zur Türkei. Duckett Z.Ferriman prägte für diese Megatötungen den Begriff „Holocaust“(G.Heinsohn: Lexikon der Völkermorde). Da die türkischen Regierungen bis heute diese Verbrechen leugneten, gibt es auch, im Sinne Ferrimans, kein echtes Holocaustmahnmal in der Türkei, von Reparationszahlungen und sich demütig niederknien ganz zu schweigen. Franz Werfel verarbeitete diese Ereignisse in seinem monumentalem Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“. Er beschreibt die Auflehnung einer kleinen Armeniergruppe gegen die türkischen Mörder, die einzige Möglichkeit generell, um nicht von Aggressoren vernichtet zu werden.

Die Spannungsfelder gewaltsamer Auseinandersetzungen sind weder räumlich noch zeitig begrenzt, auch innerhalb der EU, wie die Bürgerkriege in Nordirland, dem Baskenland oder der Insel Korsika zeigen. Speziell die multikulturellen Ghettos der Städte beherbergen ein unkalkulierbares Gewaltpotential. Realistisch planende Strategen leiten schon heute Manöver mit der Lage: “Bürgerkrieg im ehemals multikulturellen X-Staat“ ein. Der Terrorexperte Udo Ulfkotte fast warnend zusammen: „Der Krieg der Zukunft wird in unseren Städten stattfinden, und er wird eine Vielzahl von zivilen Opfern fordern, wenn wir nicht rechtzeitig auf die Vorboten der neuen Gefahr reagieren“. Die verantwortlichen Sicherheitspolitiker jedoch haben die Entwicklungsprognosen allzu lange ignoriert. Bestorganisierte, weltweit aufgebaute Mafiastrukturen, ungebremste Zuwanderung und die ungestörte Entwicklung von Parallelgesellschaften einerseits, sowie Überdehnung und damit Zerfall der EU andererseits, lassen eine Entwicklung in europäischer Dimension befürchten, wie im multikulturellen Jugoslawien bereits geschehen.

Österreich, nie eine Insel der Seligen, wäre von solch einer Entwicklung stark betroffen. Es bleibt die Hoffnung, dass die verantwortlichen Politiker bei ihren Entscheidungen primär die innere und äußere Sicherheit Österreichs  garantieren wollen und nicht das Wohlergehen Anatoliens als vorrangig betrachten. Alle Überlegungen müssen worst-case Entwicklungen beinhalten, nur dann können entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, um das wirtschaftliche Wohlergehen, Friede und Sicherheit sowie Freiheit und Unabhängigkeit der angestammten Bevölkerung langfristig abzusichern, wie das in der Schweiz seit etwa zweihundert Jahren mit Erfolg praktiziert wird.