Skandale in der Politikerriege der SPÖ

Lucona

Ausgangspunkt des Falls Lucona ist ein groß angelegter Versicherungsbetrug, bei dem eine wohl niemals existierende Anlage zur Uranverarbeitung durch Sprengung des Frachters Lucona mitten auf hoher See versenkt wurde, wobei der Tod der Besatzung zumindest billigend in Kauf genommen wurde.

Zentraler Initiator dieses Unternehmens war ein gewisser Udo Proksch. Hierbei handelte es sich um einen im damaligen Österreich gleichsam berühmten wie berüchtigten Lebemann mit besten Beziehungen zur politischen und gesellschaftlichen Prominenz der Alpenrepublik, der sich mit allerlei kriminellen Machenschaften sein Luxusleben finanzierte und wohl nebenbei auch noch im Dienst diverser Ost-Geheimdienste tätig war. Proksch machte sich hierbei seine Kontakte zum berüchtigten Verein club 45, einem politsichen Zirkel, dem sämtliche Spitzenpolitiker der damaligen SPÖ angehörten, zu Nutze, was ihn über Jahre hinweg vor einer Verfolgung durch die österreichische Justiz schützte. Hierbei schreckten selbst Bundesminister nicht vor offener Strafvereitelung zurück. Auch die Presse spielte ebenfalls eine sehr unrühmliche Rolle.

Die Stärke dieses Buchs liegt gerade auch darin, dass Hans Pretterebner ausführlich auf die politischen Verhältnisse des damaligen Österreichs eingeht, ohne die die wirkliche Qualität des Lucona-Skandals nur unzureichend verstanden werden kann. Auch die Vorgeschichte wird vom Autor detailgenau beleuchtet. Proksch baute danach über Jahre hinweg ein internationales Netz aus Scheinfirmen auf, über das er alle seine Betrügereien abwickeln konnte. Hochrangige politische Vertreter gaben ihm nicht nur Deckung, sondern leisteten teilweise auch direkte Beihilfe.

Insgesamt ist das Buch sehr spannend und mit teilweise sarkastischem Unterton geschrieben, was angesichts der Materie aber durchaus geboten ist und die beachtliche Leistung des Autors in keiner Weise schmälert. Wer etwa Wilhelm Schlötterers Buch über die bayerische CSU mit Gewinn gelesen hat, sollte sich unbedingt auch von diesem Werk ein Exemplar besorgen.

skandale

In der SPÖ gibt es Spitzenpolitiker, welche vorbestraft und doch "Ehrenobmann" oder hofierte Genossen sind. Da ist etwa der ehemalige Finanzminister Androsch - wegen Steuerbetrugs verurteilt, der Charly Blecha - in den Fall Lucona verwickelt und trotzdem roter Rentnerchef. Der liebe Herr Zilk - Ehrengrabinhaber, aber ehemaliger Ostspion - die Liste reicht bis ins heutige Parlament - Matznetter etwa, aber sie lassen sich eben keinen aus den dichtgeschlossenen marxistischen Reihen herausschießen - Freundschaft!