Schwarzbuch der Vertreibung

schwarzbuch der vertreibung

Das Schicksal der Vertriebenen und Flüchtlinge kann nicht als die deutsche Version von "Vom Winde verweht" dargestellt werden. Gemessen an seiner Bedeutung steht dahinter die größte Völkervertreibung der Menschheitsgeschichte. Dem Autor dieses Standardwerks ist es gelungen, den historischen Tatbestand jener apokalyptischen Ereignisse herauszuarbeiten und zu dokumentieren. Er untersucht die Motive der damaligen Täter und die Gründe der Tabuisierung des Themas bis zum heutigen Tag.Gorbatschow hat einmal gefordert, die weißen Flecken in den Geschichtsbüchern zu erforschen. Genau dieses Ziel verfolgt auch das vorliegende Buch. Gemessen an ihrer Bedeutung sind die größte Völkervertreibung der Menschheitsgeschichte und die damit verbundenen millionenfachen Verbrechen in unserer Öffentlichkeit immer noch viel zu wenig präsent.

Gestützt auf Materialien des Bundesarchivs, des statistischen Bundesamtes und des früheren Vertriebenenministeriums versucht der Autor, den historischen Tatbestand jener apokalyptischen Ereignisse heraus zu arbeiten und von entstellenden Legenden zu befreien. Er untersucht darüber hinaus die Motive der seinerzeitigen Täter und die Gründe der Tabuisierung bis in unsere Tage.

"Nawratils Buch hilft mit, ein Informationsdefizit abzubauen.", kommentierte der Sender Freies Berlin diese Auflage. Ungesühnte oder gar akzeptierte Verbrechen werden schnell zum Nachahmungsmodell für andere, wie es selbst die jüngste Vergangenheit beweist. Schon am 28. Mai 1995 konstatierte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, José Ayala Lasso: "Wenn die Staaten seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehr über die Vertreibung der Deutschen nachgedacht hätten, wären die heutigen Katastrophen und Vertreibungen, die vor allem als ethische Säuberungen bezeichnet werden, vielleicht nicht in diesem Ausmaß vorgekommen".

kult - schuld

Heinz Nawratil hat hier ein Werk vorgelegt, dass sich jeder Deutsche, der sich mit Geschichte auseinandersetzt, unbedingt zu gemüte führen sollte. Vorweg sollte man darauf hinweisen, dass der Autor die gefährliche Gratwanderung, nicht ins rechte Lager abzuschweifen, hervorragend gemeistert hat. Nüchtern, mit vielen Zitaten und den Blick für die Zusammenhänge, macht er deutlich, welche Gefahren in der "Selbstunterdrückung" der Deutschen für Politik, Gesellschaft und auch Wirtschaft entstehen können bzw. schon entstanden sind. Auch versteht er es, die falschen Ansätze unserer Innen-, Aussen- und Sozialpolitik zu analysieren, die durch das ständige "Selbstgeißelung" entstanden sind, und deren Fehlerhaftigkeit durch die Ansichten ausländischer Staatsmänner zu bestätigen. Diese können nämlich das Verhalten der Deutschen oft kaum verstehen. Ernüchternd ist auch die Auflistung der bisher erbrachten Reparationsleistungen, die bei weitem alle Vorstellungen übertreffen. Dass die Bundesrepublik mit Reparationen nicht kleinlich war, kann man auch heute noch nachvollziehen. Interessant war zu lesen, wie in den vergangenen Jahrzehnten der Linksextremismus geduldet wurde, der ebenso wie der Rechtsextremismus für unsere demokratische Ordnung gefährlich ist (hier sprachen sich viele Linke, die heute Politiker sind oft auch gegen die Wiedervereinigung aus). Auch die zweifelhafte Vergangenheit gewisser Politiker, die jetzt in der Regierung sitzen, wurde hier kurz durchleuchtet und sorgt für Überraschungen.
Navratil kommt zu dem Fazit, dass es (politisch) nicht falsch ist, sich seiner deutschen Herkunft und Identität zu bekennen und diese auch zu leben. Mit Faschismus und Ausländerhaß hat dies nämlich nichts zu tun. In anderen Staaten funktioniert das ja schließlich auch.

Kinder

Die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges haben nach Millionen von Toten endlich ein Ende gefunden – doch das Leid im zerbombten Europa geht weiter. Gerade befinden sich Millionen Deutsche, darunter auch Hunderttausende Kinder, auf der Flucht nach Westen, geflohen aus Angst vor den Gräueltaten der Soldateska Stalins oder der zumeist neu gegründeten kommunistischen Gruppierungen.
Auf ihrer Odyssee begegnen den schutzlosesten Opfern des Krieges oftmals Tod, Hunger und Kälte. Auch wurden Kinder immer wieder Zeugen grausamster Verbrechen wie Vergewaltigungen durch vollkommen enthemmte Soldaten der Roten Armee, Folterungen durch sogenannte Volksgerichte und Inhaftierung in Hungerlagern.
Kaum in Sicherheit, begann nun der Kampf ums weitere Überleben. In der heutigen BRD bzw. Republik Österreich angekommen, wurden die Vertriebenen in Lager verbracht und sahen einer ungewissen Zukunft entgegen.
Trotz dieser widrigen Umstände integrierten sich gerade die Kinder mühelos in die Gesellschaft und trugen ihren Teil zum Aufbau der schwer geprüften Heimat bei.