Fremd - vom Gast zum Konkurrenten und Feind

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Der Fremde – Vom Gast zum Konkurrenten

Die Illusion von Harmonie und gegenseitiger Bereicherung der unterschiedlichen Kulturen, widerspricht anthropologischen Konstanten und soziologischen Erfahrungen.

Zitat 1: Heimat bleibt jenes Land, wo man geboren wurde und wo die Ahnen begraben liegen. Die Utopie der „Weltgesellschaft“ wird auch nicht in der EU Realität werden …

Zitat 2: Die ursprüngliche Idee des Gastarbeiters, also des Fremden der wieder geht, hat ausgedient. Heute sind die Fremden zu potentiellen gesellschaftlichen Rivalen geworden

„Fremde bedeuten das Fehlen von Klarheit,“ erklärt der polnisch-britische Soziologe Zygmunt Baumann, „man kann nicht sicher sein, was sie tun werden, wie sie auf die eigenen Handlungen reagieren würden; man kann nicht sagen, ob sie Freunde oder Feinde sind - und daher kann man nicht umhin, sie mit Argwohn zu betrachten.“

„Gleich und gleich gesellt sich gern“, so lautet eine alte Volksweisheit und jeder weiß, dass selbstverständlich nicht alle Menschen gleich sind, auch wenn heute die künstliche „Einheits-Weltgesellschaft“ von einigen Multikulti-Utopisten theoretisch herbeigeredet wird, wie dies auch eine gewisse Alev Irmak (mit türkischen Wurzeln) anscheinend vorhat. Auf der Webseite „Wien-Konkret“ wurde das Wiener Schönbrunner Bad mit den Worten „exklusives Publikum, geringer Ausländeranteil“ beschrieben. Das sorgte nicht nur für hitzige Diskussion, sondern auch für ein Nachspiel: „Fordere alle ‚Ausländer‘ und Unterstützer auf, am 21.07.2010 ins Schönbrunner Bad zu gehen. Bringen wir die Statistik bissl durcheinander!“, rief Alev Irmak via Facebook zum regen Besuch im schicken Freibad auf. Sie und Co-Initiator Adem Karaduman verurteilen, dass Wien-Konkret die Herkunft der Badegäste als Beschreibungskategorie einführt. So werden etwa das Wiener Stadionbad und das Amalienbad als Bäder mit „hohem Ausländeranteil“ genannt. „Wozu verwendet man diese Kategorie?“, fragt Irmak. „Für die, die gerne einen multikulturellen Nachmittag verbringen wollen? Oder doch eher, um uns zu diskriminieren?“ Laut türkischem Ministerpräsidenten Erdogan ist für türkische Zuwanderer Assimilation/Anpassung ein „Verbrechen an die Menschlichkeit“, aber wenn Österreicher unter sich bleiben wollen, das ist dann Diskriminierung? Aber mit fünf Millionen zugewanderter Türken in den EU-Raum kann der türkische Ministerpräsident Europa bereits seine Vorstellung von Migration aufzwingen.

Anhand dieses eher unbedeutenden, lokalen Ereignisses allerdings sieht man, dass „The Clash of Civilizatons“, wie Samuel Huntington das weltweite, heftige Aufeinanderprallen von verschiedenen Kulturen nennt, auch vor den Wiener Bädern nicht Halt macht. Zu jeder Zeit und allen Orten unserer Welt haben sich Menschen, Völker und Nationen immer die Frage gestellt: „Wer sind wir?“ und immer wurde diese Frage ganz traditionell unter Einbeziehung auf jene Dinge beantwortet, welche den Menschen am meisten bedeuten: Gemeinsamkeiten, wie - Herkunft, Religion, Sprache, Geschichte, Werte, Sitten und Gebräuche, Institutionen.

„Sie identifizieren sich mit kulturellen Gruppen: Stämmen, ethnischen und religiösen Gemeinschaften, Nationen und - auf weitester Ebene – Kulturkreisen. Menschen benutzen Politik nicht nur dazu, ihre Interessen zu fördern, sondern auch dazu, ihre Identität zu definieren. Wir wissen, wer wir sind, wenn wir wissen wer wir nicht sind und gegen wen wir sind.“ So sieht Huntington heute, nach dem Ende des kalten Krieges, die Konflikte an den Bruchlinien der verschiedenen Kulturen entstehen und der langjährige EU-Kommissionspräsident Jacques Delors pflichtet ihm bei: „Künftige Konflikte werden sich nicht an wirtschaftlichen oder ideologischen, sondern an kulturellen Faktoren entzünden.“

Kulturen haben einerseits eine polarisierende und andererseits eine einigende Kraft, sind aber in den meisten Fällen nicht vermischbar! Die Illusion von Harmonie unterschiedlicher Kulturen, etwa von islamischen Zuwanderern ins christliche Abendland, bringt das SPD-Urgestein und Ex Bundeskanzler Helmut Schmidt auf den Punkt: „Auf Dauer ist es unwahrscheinlich, dass man mit islamischen Minderheiten wirklich zusammenleben kann, in einer Gesellschaft, die überwiegend nicht islamisch ist. Der Unterschied ist zu groß.“ Eine späte Einsicht, wahrscheinlich bereits zu spät, haben doch bereits, laut Statistik Austria – „Jahrbuch zu Migration und Integration“, 17,8% Menschen in Österreich ausländische Wurzeln. Alleine in Wien leben 35,8% Nichtautochthone mit so genanntem Migrationshintergrund. Dieser Anteil wird sich unabwendbar erhöhen, will doch die Wirtschaft mindestens 100.000 billige Fremdarbeiter hereinholen und bunte Linksutopisten wollen jedem in Österreich geborenem Kind sofort die Staatsbürgerschaft schenken. Dabei erfolgt zusätzlich noch auf ganz natürlichem Wege die Ausländervermehrung, denn ein Österreichisches Paar reproduziert sich fast halbierend mit 1,27, während die Fertilitätsrate bei türkischen Zuwanderern satte 2,41 beträgt. Fremd im eigenen Land zu werden scheint das Schicksal der einheimischen Österreicher zu sein, die vielgeschmähte „Umvolkung“ ist in vollem Gange.

Die „klassische Soziologie“ beschäftigt sich intensiv mit dem Typus des „Fremden“, des Wanderers zwischen den Kulturen, der, wie Georg Simmel feststellte entweder „heute kommt und morgen geht“ und daher das Gastrecht genießt, oder „der heute kommt und morgen bleibt“ - dann allerdings Grund und Boden beansprucht und zumindest Rivale, meist aber ein Feind wird. Es ist die innere Distanznahme im Verhältnis zu der ihn beherbergenden Gesellschaft und umgebenden Kultur, welche oft in Parallelwelten und Ghettobildung mündet. Der Wiener Soziologe Roland Girtler, begnadeter Feldforscher im Randkulturbereich meint, der Fremde stößt gerne in verbotene Bereiche vor, denn dort gibt es für ihn weite Betätigungsfelder. Waren es im christlichen Mittelalter speziell jüdische Händler, welche den anrüchigen Geldgeschäften nachgingen, so sind es heute illegale Schlepperbanden oder Mafiaorganisationen, welche den Mädchenhandel und die professionelle Kriminalität beherrschen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn mangels Sprach- und Kulturkenntnissen nehmen die so genannten Bindestrich-Österreicher nicht am Alltag der heimischen Bevölkerung teil, sondern bleiben unter sich. Das bedeutet auch für die dritte und vierte Zuwanderergeneration, dass sie Fremde bleiben, trotz Staatsbürgerschaft und Wahlrecht. Die ursprüngliche Idee des Gastarbeiters, also des Fremden der wieder geht, wurde aufgegeben und der fremde Arbeiter konnte seine Familie nachholen und Eigentum erwerben und wurde somit zu jenem Fremden, den Simmel als potentiellen Rivalen charakterisierte.

Der wegen seines Kulturpessimismus und national-konservativen Standpunkte nicht unumstrittene deutsche Soziologe und Volkswirt Werner Sombart erklärt das Fremdbleiben damit, dass: „Man das Alte hinter sich gelassen hat und das Neue keine innere Signifikanz hat. Die Fremde ist öde, sie hat gleichsam für den Ankömmling keine Seele. Die Umgebung bedeutet ihm nichts, höchstens kann er sie als Mittel zum Zwecke des Erwerbes nutzen.“ Das gilt heute in verstärktem Maße für alle fremden Zuwanderer, denn Österreich bietet wie kein anderes Land paradiesische Sozialleistungen – wer will sich’s nicht verbessern und im Schlaraffenland logieren? Heimat allerdings bleibt jenes Land, wo man geboren wurde und wo die Ahnen begraben liegen.

Die Utopie der „Weltgesellschaft“, das heißt, dass es kein soziales Außen mehr gibt und es niemanden gibt, der ein Fremder der Gesellschaft genannt werden würde, das wird nicht einmal in europäischen Nationalstaaten Realität. Basken wollen keine Spanier sein, Flamen keine Belgier, Korsen keine Franzosen, denn der Mensch will sich in seiner Umgebung Wohlfühlen und das geht nur unter seinesgleichen. Im März 1794 wurde Anacharsis Cloots von den jakobinischen Machthabern verurteilt und guillotiniert, weil er an die Ideale der französischen Revolution glaubte, aber es gibt keine „Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit“ im grenzenlosen Sinn. Dieser Anacharsis Cloots, ein deutscher Einwanderer namens Jean-Baptiste Baron von Gnadenthal proklamierte: „Eines Tages wird das befreite menschlich Wesen es der Natur gleichtun, in der keine Fremden vorkommen, und es wird die Weisheit regieren über die beiden Hemisphären in der Republik der vereinigten Menschen.“ Ihm und allen Fremden in „Simmelschen Sinne“ des morgen Bleibens wird es nicht anders ergehen, so brutal dies uns die Geschichte immer wieder lehrt: guillotinieren oder guillotiniert werden, ganz im Darwinschen Evolutionssinne der natürlichen Auslese „Survival of the Fittest“. Sehr oft waren das aber eben die Fremden – eben die eingewanderten Barbaren oder wie immer man dies unter den „alten“ Völkern nannte. Die Eingeborenen verkannten in ihrer Dekandenz die ursächlich völkische Kraft der Fremden und ohne Verteidigungswillen des „Eigenen“ erweist sich eine alternde und schwächelnde Gesellschaft als ablösereif gegenüber den Fremden.

http://www.youtube.com/watch?v=mntQcuWKozg

http://www.youtube.com/watch?v=Awz8Ieuhc40&list=PLCObi1W6bF6SYslcFJtPOLrwlPHz_y9mW

http://www.youtube.com/watch?v=D8evdlTDz4M&list=PLCObi1W6bF6SYslcFJtPOLrwlPHz_y9mW

Illegale Migration/Kriminalität/Österreich

Schlepperbericht 2014 - Zahl der aufgegriffenen Syrer verzehnfacht 

Utl.: Syrische Familie muss mindestens 30.000 Euro für Schleppung von Syrien bis Österreich zahlen - Starke Steigerungen auch  bei Irakern, Eritreern, Kosovaren und Somaliern

   Wien (APA) - Bis zu 12.000 Euro muss ein Syrer für eine Schleppung von seiner Heimat bis nach Österreich und darüber hinaus zahlen. Eine Familie kostet das mindestens 30.000 Euro. Trotz solcher Summen hat sich die Zahl der aufgegriffenen Staatsbürger aus dem Kriegsland im Nahen Osten 2014 gegenüber 2013 verzehnfacht. Das geht aus dem der APA vorliegenden Schlepperbericht des Bundeskriminalamts (BK) hervor.

   Demnach wurden im Vorjahr 9.083 Syrer bei der Einreise nach Österreich aufgegriffen, für 2013 wurde die Zahl mit 847 angegeben. Die Zahlen des aktuellen Schlepperberichts stimmen allerdings nicht mit denen des Berichts davor überein. Laut Oberst Gerald Tatzgern, Leiter des Büros für Menschenhandel und Schlepperei im BK, handelt es sich bei den Zahlen nämlich um Momentaufnahmen. Stellt sich danach heraus, dass ein Aufgegriffener etwa Staatsbürger einer anderen Nation ist, als von ihm ursprünglich angegeben, ändert das nachträglich auch die Statistik.

   Insgesamt wurden im Vorjahr 34.070 Personen aufgegriffen, um 24 Prozent mehr als 2013. Neben den Syrern waren laut BK auch bei Irakern, Somaliern, Eritreern und Kosovaren Steigerungen von mehreren hundert Prozent zu beobachten. Starke Rückgänge gab es hingegen bei Menschen aus Pakistan, der Russischen Föderation (Tschetschenien), Indien, Algerien und Marokko. Tatzgern sagte, nach den ersten Beobachtungen dürfte sich der Trend 2015 bei den Steigerungsraten fortsetzen. Aktuell sehe man auch wieder steigende Zahlen bei den Einreisenden aus Afghanistan.

Syrische Flüchtlinge können sich die horrenden Preise für die Schleppungen offenbar auch leisten. "Bei Schiffspassagen von Afrika nach Europa wurden teilweise 'Abladungen' registriert. Das heißt, Afrikaner wurden wieder vom Schiff gebracht, weil die Schlepper Syrer mitnehmen konnten. Die Syrer zahlen mehr", schilderte Tatzgern. 4.000 Euro kostet die unter Deck besonders gefährliche Überfahrt pro Person. An Deck ist es um 2.000 Euro teurer.

Syrische Flüchtlinge kommen teilweise mit großen Summen: Tatzgern zufolge wurden sie mit bis zu 10.000 Euro aufgegriffen. Sie dürften eine Anzahlung geleistet und mit den Schleppern ausgemacht haben, den Rest bei erfolgtem Transport zu zahlen. Billig ist die Reise nach Westeuropa auch aus den Flüchtlingslagern in der Türkei nicht: Eine Person muss dafür 6.000 bis 10.000 Euro zahlen. Von Griechenland nach Österreich und weiter kostet es für eine Einzelperson 3.000 bis 5.000 Euro. Wesentlich billiger ist es von Serbien nach Österreich: Zwischen 700 und 1.200 Euro pro Person.

Starke Steigerungsraten gab es laut BK auch bei den angezeigten Schleppern. Von 352 im Jahr 2013 erhöhte sich die Zahl auf 511. Von den mehr als 34.000 Aufgegriffenen wurden nach den Erkenntnissen der Ermittlern 20.768 geschleppt.

Die für Österreich wichtigsten Routen sind nach wie vor die Eastern Mediterranean Route per Schiff nach Italien und dann weiter nach Österreich und dann in Richtung Nordwesteuropa sowie die Western Balkan Route entweder von der Türkei ausgehend über Bulgarien, Rumänien und Ungarn oder über Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn. Die meisten angezeigten Schlepper stammten übrigens aus Ungarn. Diese dürften vor allem als Transporteure fungieren. Der Westbalkan ist auch einer der Schwerpunkte in der Arbeit heimischer Ermittler und von Kooperationsprojekten mit den jeweiligen Polizeiorganisationen.

APA0328 2015-04-10

 

IS in Deutschland: „Es wird schlimmer und noch grausamer werden“

 

 

Ich halte es für fatal, den Islamismus mit seinen Ansprüchen und Zielformulierungen nicht ernst zu nehmen. Dies ist ein Fehler, den sehr viele europäische Politiker begehen: Sie nehmen den politischen Islam nicht ernst und glauben ihn pädagogisieren zu können, besser und mehr zu kennen als der politische Islam sich selbst. Ein Gastkommentar von Naftali Neugebauer (prikk.world

Der „Islamische Staat“ (IS) bekennt sich ohne Wenn und Aber zum Terrormord an dem 16-jährigen jungen Mann in Hamburg. Irgendetwas anderes zu behaupten, ist absurd. Was will man mehr? Vielleicht noch ein schriftliches Geständnis des Terroristen samt Kopie des gefälschten amtlichen Lichtbildausweises, eingereicht in dreifachem Durchschlag mit Bundesstempelmarke bei der nächsten freundlichen Polizeidienststelle?

Hat man diese Hürde der Ausflucht erfolgreich genommen, steht man von der nächsten Hürde, die einem via Medien präsentiert wird; – manche sprechen schon von betreuten Medien mit volkspädagogischem Auftrag.

Pars pro toto kann man Florian Flade (DIE WELT) mit seinem aktuellen Kommentar „Der IS kennt die gesellschaftlichen Brüche in Deutschland“ dafür zitieren.

Schon die Eingangsthese ist falsch und unbegründet, wie oben angedeutet. Flade schreibt: „Noch ist unklar, ob sie wirklich hinter der Bluttat steckt – unwahrscheinlich aber ist es nicht.“ Doch, es ist klar!

Der junge Mann ist tot, ermordet, eine Organisation bekennt sich dazu, den Auftrag gegeben zu haben. Punkt. 

Freilich, kafkaeske Evidenzanforderungen kann man immer stellen und noch höher türmen, aber sie bleiben, was sie sind, wie Kafka es so oft, so meisterhaft beschrieb: absurd. Diese Absurdität des bürokratisch-positivistischen Denkens hat Kafka hinreichend und bekannt beschrieben, dass der Hinweis genügen mag.

Daneben sei bemerkt, wenn etwas unklar ist, kann es keine Evidenz für eine Unwahrscheinlichkeit aufweisen. Wenn etwas eine unklare Faktenlage hat, dann ist sowohl eine Wahrscheinlichkeit wie Unwahrscheinlichkeit gegeben, also weder das eine noch das andere ist begründet. Richtig wäre es zu sagen „Noch ist unklar, ob sie wirklich hinter der Bluttat steckt – aber ich glaube es nicht.“ Das wäre OK und hat auch keinen Anflug mehr von Objektivität, sondern eben Subjektivität, die ist, was sie ist: subjektiv, ein Glaubenssatz.

Nun zur zweiten These von Flade. Er schreibt: „Dem IS geht es nicht darum, Deutschland zu erobern, die schwarze Flagge über dem Bundestag zu hissen und die Scharia einzuführen“ Evidenz, irgendwelche Argumente? Fehlanzeige. Es bleibt bei der festen Tatsachenbehauptung, die sich dann noch widerlegt, aber dazu später am Schluss.

Ist es eine Tatsachenbehauptung?

Nun, der IS erklärt in seinen wesentlichen Dokumenten in fast jeder Präambel, dass es um die Unterwerfung der Welt unter dem Islam gehe. Damit ist ohne Zweifel Deutschland auch gemeint. Mehr noch, der Verfassungsschutzpräsident Maaßen sagt in einem Interview mit der FAZ klipp und klar, dass der Salafismus einen islamischen Staat in Deutschland errichten wolle.

Ich halte es für fatal, den Islamismus mit seinen Ansprüchen und Zielformulierungen nicht ernst zu nehmen. Dies ist nicht nur ein Fehler Fladens, es ist ein Fehler, den sehr viele europäische Politiker begehen:

Sie nehmen den politischen Islam nicht ernst und glauben ihn pädagogisieren zu können, besser und mehr zu kennen als der politische Islam sich selbst. Aber nicht nur das, sie sind auch Kenner des „wahren Islam“, sie sind die wahren Islamversteher. In Europa glaubte man auch eine Zeit lang an feengleiche Einhörner, die sich dann recht irdisch als Nashörner präsentieren.

Nach mehr als zwei Jahren Krieg und Terror sollte eigentlich diese falsche These obsolet sein. Es geht dem Islamischen Staat, dem Salafismus, ja dem real existierenden Islam als solches, nicht um Land, Geld oder eine anerkannte Rolle in der Weltgemeinschaft, es geht ihm um die Weltherrschaft und Einführung der Scharia. So simpel liegen die Dinge.

Erstaunlich auch das Insiderwissen von Flade. Er weiß ganz genau, was der Islamic State weiß. Das liest sich dann so: „Er hat die Bruchstellen westlicher Gesellschaften sehr genau analysiert.

Er kennt Pegida und AfD, beobachtet die wachsende Islamophobie und rechte Gewalt, die Debatten über Flüchtlinge, Migration und Ausländerkriminalität. Genau auf diese gesellschaftlichen Brüche, Gräben und Belastungen zielt er ab.“

Welch unfreiwillige Komik, dass Flade einen islamistischen Kampfbegriff verwendet als wäre er ein gesicherter, klarer wie untadeliger Begriff der politischen Analyse, die da der IS so betreibe: Islamophobie. Tatsächlich ein Kampfbegriff aus der antisemitischen Giftküche Teherans.

Das tatsächliche Ziel des IS weiß Flade selbstredend auszuführen: „Die Terroristen wollen die Polarisierung und Spaltung weiter vorantreiben, wollen Muslime und Nichtmuslime gegeneinander aufhetzen, Hass entfachen und politische Überreaktionen auslösen.“ Man könnte darüber reden, ob es Taktik sei, vielleicht, und ja, Terror war immer ein Mittel der asymmetrischen Kriegsführung, die auf Angst setzt.

Und ja, begegnet man dem Aggressor dann halbherzig, tolerant, die eigenen Grundsätze und Rechtsstaat aufweichend, dann spaltet dies. Keine Frage. Ein Teil der Bürger hat Angst angesichts der Inkompetenz der Regierung und des Schreckens des Terrors, der andere Teil der Bürger vertraut der Regierung, hat aber auch Angst, denn der Terror verschwindet ja deswegen nicht.

Mit anderen Worten, die Spaltung ist nicht ein Produkt des Terrors, sondern das Resultat eines Staatsversagens, nicht auf Gewalt und Terror adäquat reagieren zu wollen, sich im Appeasement und Geschäftemachen zu üben und das Ganze Nicht-Handeln dann als Kampf gegen Terror zu verkaufen. So geht die Kausalkette und nicht anders herum.

So passt dann auch der weitere Schluss Flades nur, wenn man auf seine doch brüchige Kausalkette einsteigt: „Es geht um den Zusammenbruch der liberalen, pluralistischen Gesellschaft. Darum, dass die Bürger aus Angst ihre Werte verraten und den Rechtsstaat aufweichen. Es wird schlimmer und noch grausamer werden, darauf sollte man gefasst sein.“

Es ist wohl mehr so, und durchaus belegbar wie begründbar, dass die Regierung die Werte verratet und den Rechtsstaat aufweicht, indem sie beispielsweise ohne Kontrolle Millionen von Menschen einlässt oder einen Deal mit dem Islamfaschismus Erdogans sucht. Aber in einem hat Flade recht, auch wenn er sich damit selber widerlegt:

Es geht dem IS um den Zusammenbruch der liberalen, pluralistischen Gesellschaft. Also doch, der IS will seine Fahne doch über den Bundestag wehen sehen, was Flade ja eingangs im Brustton der Überzeugung abstritt.

In einem kann ich Flade aber zustimmen: „Es wird schlimmer und noch grausamer werden, darauf sollte man gefasst sein.“ Ja, das stimmt, wenn europäische Regierungen ihr Appeasement weiter fortsetzen und untätig zuschauen, dann wird es schlimmer und grausamer werden.