DL-Aktiv 2019

Selbstschutz

Einwunderbares Heimatgedicht von Peter Rosegger:

Ein Freund ging nach Amerika
Und schrieb mir vor einigen Lenzen:
Schicke mir Rosen aus Steiermark,
Ich hab' eine Braut zu bekränzen!

Und als vergangen war ein Jahr,
Da kam ein Brieflein gelaufen:
Schicke mir Wasser aus Steiermark,
Ich hab' ein Kindlein zu taufen!

Und wieder ein Jahr, da wollte der Freund,
Ach, noch was anderes haben:
Schicke mir Erde aus Steiermark,
Muss Weib und Kind begraben!

Und so ersehnte der arme Mann
Auf fernsten, fremden Wegen
Für höchste Freud', für tiefstes Leid
Des Heimatlandes Segen.

 

Marburger Blutsonntag

DL-Aktiv gedenkt der verlorenen Heimat! 

Vor 100 Jahren, am 27.Jänner 1919, beim Marburger Blutmontag, schossen slowenische Soldaten auf etwa 10.000 deutsche Untersteirer. Auf dem Marburger Hauptplatz blieben 12 Tote und etwa 60 Verletzte liegen. Dieser dramatischen Ereignisse gedachten am 27.1.2019, in würdigem Rahmen, Angehörige der deutschen Volksgruppe in Slowenien, diverse Heimatvereine und eine Abordnung von DL-Aktiv, unter Leitung von Obfrau GR Ruth Siegel.

Was waren die historischen Hintergründe dieser Bluttages?

Unmittelbar nach dem Thronverzicht von Kaiser Karl I. wurde am 12.November 1918 die Republik Deutschösterreich proklamiert.  Diese beanspruchte „die Gebietshoheit über das geschlossene Siedlungsgebiet der Deutschen“ im österreichischen Landesteil Cisleithanien der untergegangenen Doppelmonarchie.  Dabei berief sie sich auf das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker, wie es im 14-Punkte-Programm des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson für die Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg propagiert worden war. Eine entsprechende Entscheidung der Landesversammlung in Graz vom 6. November 1918 hatte die Provisorische Nationalversammlung der Republik in Wien am 22. November 1918 bestätigt.  Ausgenommen blieben lediglich die geschlossenen slowenischen Siedlungsgebiete, deren Überlassung an den am 29. Oktober gegründeten Staat der Slowenen, Kroaten und Serben mehr oder weniger unvermeidlich erschien. Der Verbleib des Drautals bei Deutschösterreich galt jedoch als beschlossene Sache. Die deutsche Bevölkerung prägte schon seit Jahrhunderten die Region – nicht zuletzt, weil sie die Mehrheit in den Städten Marburg, Cilli und Pettau bildeten. Ungeachtet dessen versuchte die Führung des Staates der Slowenen, Kroaten und Serben sofort vollendete Tatsachen zu schaffen, indem sie die drei Ortschaften mit der übrigen Untersteiermark besetzen ließ. Die mit der Annexion betrauten slowenischen Landsturmeinheiten standen unter dem Kommando von Rudolf Maister.  Der ehemalige Major der k. u. k. Streitkräfte war eines glühenden slowenischen Nationalisten und hatte am 1. November 1918 die Kontrolle über Marburg an der Drau übernommen.  Maister agierte überaus brutal. Reguläre deutsche Militärangehörige und Polizisten ließ er entwaffnen und nach Österreich abschieben; das gleiche Schicksal traf viele nichtslowenische Beamte. Anschließend erlangte der inzwischen vom Staat der Slowenen, Kroaten und Serben zum General beförderte Offizier mit Hilfe von 4000 slowenischen Freiwilligen die Kontrolle über die gesamte Untersteiermark.  Zu diesem Zeitpunkt bestand noch die Hoffnung, dass eine US-amerikanische Kommission unter der Leitung von Oberstleutnant Sherman Miles, der im Auftrag der Entente die ethnischen Verhältnisse in Unterkärnten und der Untersteiermark untersuchen sollte, für eine gerechte Gebietsaufteilung sorgen würde. Um die Kommission zu begrüßen und ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Deutschösterreich abzulegen, versammelten sich am Vormittag des 27. Januar 1919 rund 10 .000 Deutsche aus Marburg und der Umgebung auf dem Hauptplatz der Stadt.  Ihnen gegenüber standen slowenische Wachtposten, diese feuerten auf Befehl von Maister immer wieder auf die versammelten Deutschen, wobei 13 Zivilisten starben und 60 Verletzungen erlitten. Danach ließ Maister die Straßen und Plätze räumen sowie sämtliche Spuren des Massakers beseitigen, bevor er die vier US-Emissäre zum Mittagessen empfing. Eine Gelegenheit, ihr Anliegen vorzutragen, erhielten die Einwohner von Marburg nicht. Dies dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass kein Volksentscheid über die territoriale Zugehörigkeit der Untersteiermark stattfand und das Gebiet im Pariser Vorortvertrag für Österreich, dem Frieden von Saint-Germain, dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dem späteren Jugoslawien, zugeschlagen wurde. Es folgte eine forcierte Slowenisierung.  In deren Folge sank die Zahl der deutschsprachigen Einwohner Marburgs von einstmals 22653 im Jahre 1910 auf 2741 im Jahre 1931.  Die Verbliebenen traf zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit Flucht und Vertreibung eine noch deutlich schlimmere Welle der Gewalt als 1919.  So ergab die Volkszählung von 1948 nur noch 268 Deutschstämmige. Heute gibt es in der gesamten Untersteiermark noch um die 1000 Deutschstämmige. Dieser Minderheit verwehrt die inzwischen unabhängige Republik Slowenien  jeglichen  offiziellen  Minderheitenstatus,  wohingegen  Maister  in  dem  EU-  und  NATO-Mitgliedsland  als  einer  der  „heroischen“ Gründungsväter des Landes verehrt wird.

Nach der gastfreundlichen Bewirtung im Vereinshaus des Kulturvereins „Brücke“ kehrte die DL-Aktiv Abordnung überaus nachdenklich heim – glücklich wer eine Heimat hat und glücklich, wer solche historischen Zusammenhänge heute noch einordnen kann, all das ist nicht selbstverständlich.

bst

 

sdr

 

 

 

 

Frauenvortrag

FrauenwahlrechtWoche

https://www.meinbezirk.at/event/deutschlandsberg/c-workshop-seminar-infoveranstaltung/referat-zu-100-jahre-frauenwahlrecht_e257883

Frauenwahlrecht

  • DL-Aktiv Schwerpunktabend: 100 Jahre Frauenwahlrecht
    Am 7.2. lud DL-Aktiv, Obfrau GR Ruth Siegel, im GH Kolar zu einem
    historischen Rückblick ein und konnte zahlreiche Freunde von DL-Aktiv für das
    Thema des Abends interessieren. Sie berichtete von den kämpferischen Damen,
    abfällig Suffragetten genannt, welche bereits 1849 – 1861 das Wahlrecht auf
    Gemeinde- und Landesebene für Besitzende und Gebildete erkämpften. Der
    Durchbruch allerdings gelang erst 1918, als das allgemeine aktive und passive
    Wahlrecht für alle österreichischen Staatbürgerinnen und Staatsbürger
    eingeführt wurde. Das war mit der Ausrufung der 1.Republik, nach
    Zusammenbruch der Habsburgermonarchie, auch eine zwingende demokratische
    Notwendigkeit geworden und so zogen auch gleich die ersten acht Frauen als
    gewählte Mandatarinnen ins Parlament ein. Bis zur endgültigen
    Gleichberechtigung von Mann und Frau verging noch viel Zeit, denn erst 1979
    wurde das Gleichbehandlungsgesetz beschlossen und 1993 gleicher Lohn für
    gleiche Arbeit Realität. Warum allerdings heute so viele Wahlberechtigte nicht
    von ihrem demokratisch hart erkämpften Wahlrecht Gebrauch machen, wurde
    vom aktiv teilnehmenden Publikum hitzig diskutiert. Dipl. Ing. Dudeck meinte,
    dass bei einer breiteren, direktdemokratischen Abstimmungsmöglichkeit das
    Wahlvolk aktiver am politischen Geschehen teilnehmen würde. Dem
    Widersprach Flugkapitän Andreas Müller, der meinte, dass sehr viele
    Bürgerinnen und Bürger an den Problemen der Staatspolitik gar nicht
    interessiert seien und sehr oft die Ausmaße von politischen Entscheidungen
    nicht abschätzen können, weil ihnen das Wissen fehlt. Frau Pfäffli, die lange
    Zeit in der Schweiz gelebt hat, berichtete über das Schweizer Wahlsystem und
    dass erst 1990 im Kanton Appenzell die Frauen wählen durften. Der Soziologe
    Dr. Rudolf Moser stellte in seinem Referat fest, dass in unserer Gesellschaft ein
    beschleunigter Wertewandel das Verhalten der Frauen, von der Rolle als Mutter
    und Hausfrau, zu einer nach Selbstverwirklichung suchenden, berufstätigen und
    eigenständigen Bürgerin stattgefunden hat. Bedingt durch den damit
    verbundenen Geburtenrückgang und der nihilistischen Familienzerstörung,
    findet eine langsame Abschaffung der autochthonen Bevölkerungsstruktur statt.
    Nicht in allen Ländern der Welt ist allerdings die Gleichberechtigung der Frauen
    auch heute noch erreicht. Die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad rüttelte
    die Welt mit ihren Berichten auf, wie in islamischen Ländern Frauen gedemütigt
    werden und wie Versklavung, Genitalverstümmelung und Vergewaltigung
    tagtäglich normale Praxis sind. Die Vereinten Nationen ernannten sie zur
    Sonderbotschafterin und es ist zu hoffen, dass sie – ganz in der Tradition der
    Suffragetten - auch die islamisch unterdrückten Frauen zur Gleichberechtigung
    führen kann.
  • DL-Aktiv war mit dieser Veranstaltung wieder hoch aktuell, genauso wie im
    vergangenen Jahr, wo Herr Oberst Gottfried Pausch zum Thema „Blackout“
    referierte. Jetzt ließ sich auch die Steiermärkische Landesregierung davon
    inspirieren und alle Städte und Gemeinden müssen Vorsorgemaßnahmen
    ergreifen, wenn ein Stromausfall das tägliche Alltagsleben lahmlegen sollte.
    Auch Herr Mag. Oberst Hermann Mitterer ist mit seinem, bei DL-Aktiv
    vorgestellten Buch: „Massenmigration als Mittel zum Bevölkerungsaustausch in
    Europas Mitte“ auf der Bestsellerliste und sogar der profilierte Bischof Msgr.
    Athanasius Schneider stellte dazu in der Tageszeitung Il Giornale fest: „Hinter
    der Masseneinwanderung steht ein gelenkter Versuch das Christentum in Europa
    in Frage zu stellen.“ Vor hundert Jahren ging es darum, die Demokratie zu
    verwirklichen und zu festigen, heute müssen wir die erkämpften
    Errungenschaften bewahren und alle Versuche unsere abendländische Kultur zu
    zerstören erkennen, unsere Werte verteidigen und erhalten. Den Frauen fällt
    dabei wieder eine bedeutende Rolle zu, den schließlich ist ihr
    Bevölkerungsanteil in Österreich derzeit 51,3% und das ist die demografische
    Mehrheit.