Göttliche Prostitution

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Vom göttlichen Tempeldienst zum Sextourismus

Das angeblich älteste Gewerbe der Welt, die Prostitution, wird von den „normalen“ Spießbürgern moralisch entrüstet stigmatisiert und von selbsternannten Tugend- und Sittenwächtern zwanghaft verfolgt und empört als Teufelswerk verurteilt. Aber kaum ein Thema fasziniert die neugierigen braven Leute so sehr, wie Zuhälter und Huren, denn die Phantasie regt an, was geheimnisvoll in rotes Licht gehüllt verboten und verborgen praktiziert wird. Es ist heute weltweit ein Geschäft mit Milliarden Dollar Umsatz jährlich und wird von diversen Mafiabanden kontrolliert. Asylantinnen müssen jahrelang ihre Schuld an Schlepperorganisationen als Sexarbeiterinnen abdienen und so manche Osteuropäerin, welche glaubte, im goldenen Westen ihr leichtes Glück zu finden, landet als leichtes Mädchen in einem Bordell oder auf dem Straßenstrich. Dabei sind die Anfänge der Dienerinnen der Lust durchaus nicht im kriminellen Milieu angesiedelt gewesen sondern waren religiös-rituellen Ursprungs und geheiligt. Die Sakralprostitution entstand vor über 3000 Jahren in Mesopotamien, dem fruchtbaren Land der Hochkultur zwischen Euphrat und Tigris, dem heutigen Syrien. Das Gilgamesch-Epos berichtet, dass die Prostitution ein fester und respektabler Bestandteil der damaligen Gesellschaft war. Einem Gesetz des König Hammurabis (1793 – 1750 v.Chr.) zufolge, hatte jede Frau einmal im Leben in einem Tempel ihre Liebesdienste gegen Entgelt anzubieten. Der Verkehr sollte die Götter für Ackerbau und Viehzucht günstig stimmen. Tontafeln belegen, dass sich die gastliche Prostitution, also das Zeichen von hoher Gastfreundschaft, mit der religiösen Prostitution verband. Der Melitta-Kult entstand, der sich in den verschiedensten Formen über Kleinasien bis Afrika verbreitete, in manchen Regionen auch Venus-Kult genannt. Willi Bauer beschreibt diese sexistischen Kulthandlungen in seiner umfangreichen Dokumentation: „Geschichte und Wesen der Prostitution“: „Bei diesem Kult musste sich jede Frau einmal in ihrem Leben der Melitta weihen, das heißt, sich für die Göttin einem beliebigen Fremden prostituieren. Vor dem Tempel der Melitta saßen die opferbereiten Frauen und hielten den Leib mit einem Gürtel von Schnüren umschlossen. Dieser sollte dem Fremden mitteilen, dass noch die Schamhaftigkeit den Leib verschloss. Fand nun ein Fremder eine derartige Frau nach seinem Geschmack, nahm er sie an diesem Schnurgürtel und zog die Opferbereite einfach in den Tempel, wo sie dann der Göttin das Lustopfer brachten.“ Der Melitta-Kult fand derartigen Zuspruch, dass die Tempel zu klein für die Opferfreudigen und fremden Männer, die den Frauen das Opfer ermöglichen wollten, wurden. Zu den Tempeln gesellten sich Hütten und Buden, ja selbst in der freien Natur wurden der Göttin Opfer gebracht. Keine Frau war davon ausgenommen und der griechische Geschichtsforscher Herodot beschreibt um 450 v.Chr. diese babylonischen Kulte: „Jede Frau, die in ihrem Lande geboren ist, muss sich einmal in ihrem Leben in den Tempel der Venus begeben und sich daselbst einem Fremden überlassen. Ein Teil von ihnen hält es aber aus Stolz, den ihnen ihr Reichtum einflößt, für unter ihrer Würde, sich mit den anderen auf gleiche Stufe gestellt zu sehen, und diese lassen sich in geschlossenen Wagen vor den Tempel fahren. Dort bleiben sie sitzen, hinter sich eine große Menge von Dienern, die sie begleiten. Es ist ein beständiges kommen und gehen. Wenn eine Frau einmal an diesem Orte Platz genommen hat, darf sie nicht eher nach Hause zurückkehren, als bis ihr ein Fremder Geld in den Schoß geworfen und mit ihr außerhalb des geweihten Raumes Umgang gepflogen hat. Diejenigen Weiber, die eine schöne Figur oder ein schönes Angesicht haben, verweilen nicht lange im Tempel, die hässlichen dagegen bleiben länger, weil sie dem Gesetz nicht genügen können; ja einige bleiben sogar drei oder vier Jahre dort.“ Bald änderten sich die Motive der willigen Damen und Sexualität wurde zu einem Geschäft mit den üblichen Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage, kein Gottesdienst mehr, sondern einerseits Lustgewinn, andererseits Gelderwerb. Es gab im Laufe der Geschichte Epochen großer Freizügigkeit und Zeiten strenger Sittlichkeit. Unter der Herrschaft von Maria Theresia wurde die käufliche Lustbarkeit verboten und ertappte Dirnen wurden mittels des so genannten Wasserschubes nach Siebenbürgen abgeschoben, ebenso die verurteilten Wilderer. Angeblich paarten sich diese interessanten Gruppen und bildeten die Gründergeneration der bis heute vorhandenen deutschen Minderheit in Rumänien. Viele Romane, von Generationen braver Bürgerstöchtern heimlich studiert, schildert das Milieu dieser Randkultur, wie etwa „Die Geschichte einer wienerischen Dirne - Josephine Mutzenbacher“, angeblich verfasst von Felix Salten: „Man sagt, dass aus jungen Huren alte Betschwestern werden.“ Er zeigt die Scheinmoral der guten Gesellschaft auf, zu einer Zeit, da die Ehe den Familienfortbestand sicherte, die sexuelle Lust jedoch außerhalb des Familienverbandes gesucht werden musste. Der Soziologe Roland Girtler erzählt in seiner Studie „Der Strich“ von den alten, ehrbaren Gaunern, welche das Milieu beherrschten. Diese hielten sich an gewisse Spielregeln, pflegten ihre Rituale und Abweichler dieser Normen und Werte einer Randkultur wurden von den eigenen Leuten an ihre Gaunerehre erinnert, oft mit Waffengewalt. Doch diese Zeiten sind vorbei, heute ist im Sexgeschäft der erfolgreich, der eine brutale, unmenschliche Organisation hinter sich hat. Zwangsprostitution und Drogenabhängigkeit werden von dieser „ehrenwerten“ Gesellschaft unter der Devise von Gewinnmaximierung betrieben, ein Menschenleben hat keinen Wert in dieser Welt. Eine Ausnahme dieser neuen Form von Sexsklaverei bildet der Sextourismus. Frauen reisen zu diesem Zwecke primär in orientalische Länder wie Tunesien und Türkei, Männer bevorzugen hingegen den fernen Osten oder Osteuropa. Was sind nun die Motive der Sexarbeiterinnen im wohl bekanntesten Land der asiatischen Prostitution, nämlich Thailand. Um das zu verstehen, muss man die dort etablierte Gesellschaftsstruktur kennen. Da es kaum eine staatliche Kranken- und Altersvorsorge gibt, muss die Großfamilie alle finanziellen Probleme ihrer Gruppenmitglieder lösen. Armut zu zeigen gilt als Schande, in Asien heißt die Devise: „das Gesicht wahren“, also eine nach außen intakte Fassade erhalten, damit die Familie in der patriarchalischen Gesellschaft ehrenhaft bestehen kann. Speziell außerhalb Bangkoks herrscht eine große  Arbeitslosigkeit, je weiter nördlich man kommt, umso mehr trifft das zu. Die Familien schicken deshalb ihre jungen Töchter in die Sexindustrie und kassieren fast deren ganzen Ertrag. Man scheut auch nicht davor zurück, die Jungfräulichkeit teuer anzupreisen, ja selbst vor Pädophilie schreckt man nicht zurück, wenn harte Dollars gezahlt werden. Die Mädchen müssen Geld verdienen, sie versuchen unter den Touristen einen Freier zu finden, der nicht nur eine Nacht mit ihnen verbringen will, sondern seinen ganzen Urlaub. Die Männer sind mit den westlichen Werten vertraut, nicht mit den asiatischen und meinen die Freundlichkeit der Mädchen bedeutet Liebe und Zuneigung. Wenn es einem Thai-Mädchen gelingt, dass sich ein Tourist in sie verliebt, dann hat sie gute Chancen von ihm viel Geld zu bekommen, welches sie direkt an ihre Angehörigen überweist. Es ist ein Teufelskreis, denn auch dieses Mädchen braucht in ihrem Alter wieder eine Geldquelle aus ihrer Familie und wahrscheinlich lernt sie sogar ihre Tochter an, dumme Touristen auszunehmen. Wer glaubt die asiatische Mentalität im Zeitraum eines Urlaubs verstehen gelernt zu haben, hat gute Chancen solange an sein vermeintlich verliebtes Mädchen bezahlen zu dürfen, bis der nächste Farang, die nächste Langnase, als neues Opfer gemolken wird. Laut der Studie „Umfeld und Ausmaß des Menschenhandels mit ausländischen Mädchen und Frauen“ von Lea Ackermann wird die Anzahl der Prostituierten in Thailand auf 1,5 Millionen geschätzt, welche in ca. 60.000 Bordellen arbeiten. Man kann davon ausgehen, dass dort auch etwa 50.000 Kinder und Jugendliche tätig sind. HIV, Aids und andere Geschlechtskrankheiten sind in Asien und Afrika nach Europa und Amerika eingeschleppte Seuchen mit unbekannter Dunkelziffer an infizierten Personen. Wenig nach außen dringen auch die überaus häufigen Kontakte von Mohammedanern zu Prostituierten. Sie verhüllen zwar ihre Frauen und Töchter bis zur totalen Verschleierung, sind allerdings selbst in allen Bordellen der Welt Stammgäste. Besonders in Saudi Arabien werden am Wochenende ganze Autokolonnen beobachtet, welche in Nachbarstaaten zu willigen Frauen unterwegs sind. Hier ist die Verlogenheit der Scheinmoral besonders evident, denn wenn eine Frau auch nur flirtet, muss sie mit Steinigung und Ehrenmord rechnen, Mädchen werden jedoch bereits mit acht bis zehn Jahren an lüsterne Greise verheiratet und auch die Prostitution, im Islam als Kurzehe auch mit dem Segen eines Imams möglich, gestattet den Männern, ihre sexuelle Lust hemmungslos auszuleben. Aber im Islam sind Frauen ohnehin nur Menschen zweiter Klasse, da sind solche Vorgehensweisen der Patriarchen übliche Praxis. Das Thema Prostitution ist ein weites Feld, viel wurde darüber geforscht und veröffentlicht, aber ein Sprichwort soll doch relativiert werden, nämlich die Legende vom „ältesten Gewerbe der Welt“. Prostitution war als Gewerbe nicht anerkannt, es war meist sittenwidrig und das monetäre Entgelt wurde auch „Schandlohn“ genannt. Prostitution war daher nicht gewerbefähig, aber käufliche Damen der horizontalen Fakultät gab es immer und sie werden sich auch in Zukunft um bedürftige Kunden kümmern, Moral hin oder her – Geld stinkt bekanntlich nicht.

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