Verrat Italiens 1918

furchtlos und treu

Italienischer Verrat an der unbesiegten Österreichischen Armee vor 90 Jahren

Millionen sonnenhungrige und naturbegeisterte Reisende überqueren alljährlich die Alpen, um an den Stränden der Adria zu entspannen oder in den Bergen Südtirols und der Julischen Alpen Erholung zu finden. Auch ich fahre gerne über den Plöckenpaß, den Predil Richtung Isonzo oder durch das Kanaltal ins alte Gebiet der ehemaligen Habsburgermonarchie. Nicht ganz unbelastet, gedenke ich doch immer meines ehrenwerten Großvaters, der in den letzten Kriegstagen 1918 für „Gott, Kaiser und Vaterland“ sein Leben geben musst. Als Soldat zu sterben hat eine besondere Qualität – es ist kein privater Tod, sondern ein öffentlicher, ein politischer Opfergang für die Heimat, die Nation, das Vaterland und dieses wurde schändlich von den verräterischen Italienern, den ehemaligen Waffenbrüdern Österreichs und Deutschlands, hintergangen. Vielen Österreichern ist dieses dunkle Kapitel Zeitgeschichte des 1. Weltkrieges nicht bekannt, verschweigen doch unsere Geschichtsbücher die Gründe des Angriffskrieges Italiens gegen Österreich nicht nur, dieser Dolchstoß wird sogar noch beschönigt. Warum also musste, wie hunderttausende andere Soldaten des k.u.k. Heeres, der Kaiserjäger Alois Moser im heutigen Italien sterben?

Auf Betreiben Italiens war 1882 ein geheimes Verteidigungsbündnis abgeschlossen worden, der so genannte „Dreibund“, bestehend aus Deutschland, Österreich-Ungarn und dem unsicheren Kantonisten Italien. Es wurde sogar vereinbart, dass Italien mit 200.000 Mann an der französischen Alpenfront aufmarschieren solle, doch Graf Schlieffen schätzte Italien richtig ein, er bezeichnete diese papierene Waffenhilfe als „Illusion“. Zuerst erklärte Italien am 2.August 1914 den Mittelmächten gegenüber seine wohlwollende Neutralität, welche der Deutsche Kaiser mit Kraftausdrücken wie Lump, Schuft und ähnlichem kommentierte. Es war klar, nachdem Italien den Zusammenbruch der Deutschen Offensive an der Westfront abgewartet hatte, dass die Westmächte den Verrat Italiens mit Zugeständnissen erkaufen würden. Der Judaslohn bestand aus ganz Südtirol bis zum Brenner, das rechte Ufer des Isonzo, einige Inseln vor der dalmatinischen Küste und freie Hand in Albanien, die Umwandlung von Triest in eine freie Stadt sowie eine Anleihe über 50 Mill. Pfund Sterling, laufende Zuwendungen an Geld, Kohle, Lebensmittel und Waffen. Der italienische Beutefeldzug wurde im Londoner Vertrag besiegelt und am 23.Mai 1915 erklärte Italien Österreich-Ungarn den Krieg, das hatte auch später zur Folge, dass am 7.Dezember 1917 die USA dem Habsburgerreich den Krieg erklärte, mit der Begründung, Italien beistehen zu müssen. In Wahrheit sah man fette wirtschaftliche Beute in Sicht, wenn das blühende Großreich filetiert werden würde. Die Worte Kaiser Franz Josefs zeigen das Entsetzen, dass ein ehemaliger Verbündeter sich als käuflicher Landräuber entpuppte: „An meine Völker! Der König von Italien hat Mir den Krieg erklärt. Ein Treuebruch dessen gleichen die Geschichte nicht kennt…“ Ingomar Pust schildert in seinem lesenswerten Buch „Die steinerne Front“ die nun folgende Tragödie bis November 1918. „Als der Kriegszustand eingetreten war, kamen beim Verteidiger an der rund 700 Kilometer langen Front nur an die 110 Gewehre auf einen Kilometer. Die Verteidigung bestand aus Landsturmformationen, noch nicht wehrpflichtigen Jungschützen in Kärnten und aus Standschützen in Tirol.“ Aber trotz drückender Übermacht konnten italienischen Soldaten den befürchteten Durchbruch durch die Österreichischen Linien nicht schaffen. Generaloberst Conrad von Hötzendorf, der österr.-ungarische Generalstabschef befürchtete, dass die Italiener nach Eroberung der Linie Marburg – Klagenfurt in vier Wochen in Wien sein könnten. Erbitterte Kämpfe um jeden Meter Alpenfront an Col di Lana, Falzerego, Tofana, Marmolata, Monte Grappa und unzähligen anderer legendären Alpenkriegsschauplätzen sahen kein Wanken der Österreicher. So rannten die Italiener in elf blutigen Schlachten am Isonzo nur in ihre eigene Niederlage, denn in der zwölften Isonzoschlacht 1917 gelang den durch deutsche Truppen verstärkten Österreichern in der Aktion „Waffentreue“ im ersten Ansturm die Inbesitznahme der Gebiete Flitsch – Tolmein – Karfreit. Den 238 italienischen Bataillonen standen nur 171 „waffentreue“ Bataillone gegenüber, auch der Einsatz von zusätzlichen 144 italienischen Reservebataillonen konnte nicht verhindern, dass den Truppen Deutschlands und Österreichs der Durchbruch bis zum Piave gelang. Trotz Sieg brachten die folgenden Monaten  „Die letzten Tage der Menschheit“ für hunderttausende unbesiegte Soldaten der Monarchie: „Extraausgabe – varnichtende Niedalage der Italiena….Tagblad! Unwidastehliches Vurdringen unsara Truppen…der Erfolg der Offensive!“ (Karl Kraus). Was nun folgte, war eine Auflösung des einstigen habsburgischen Vielvölkerstaates in seine einzelnen Nationen. Dazu ein Bericht des FM Boroevic an die Regierung über die Stimmung im Heer: „Daß der Krieg den Kampf um Sein oder Nichtsein bedeutet, ist keineswegs mehr Allgemeinbewusstsein. Die nationalen Verhetzungen haben es soweit gebracht, dass Truppen verschiedener Nationen einander nicht mehr voll vertrauen. Der feste Zusammenhalt der Armee, das gute aktive Offizierskorps ist nicht mehr. Alle zersetzenden Erscheinungen an der Front, Verrat, Überlaufen aus Hunger oder nationaler Verhetzung, sind Folgeerscheinungen der Zustände im Staat. Die Armee tut noch ihre Pflicht.“ Diese Situation wollten die Italiener ausnutzen und sie griffen am 28.Oktober 1918 bei Vittorio Veneto an und scheiterten erneut, trotz Auflösungserscheinungen der k.u.k. Armee. Am Morgen des 29.Oktober 1918 meuterten die Truppen, die zum Gegenangriff antreten sollten, es waren die ungarischen Abteilungen, sie wollten ihre Heimat gegen die Tschechen verteidigen, welche bereits Ungarn in ihrem begehrlichen Blick hatten. Aber auch die Slowaken, die Rumänen und die Kroaten wollten nicht unter ungarischer Herrschaft leben. Das waren die Folgen des Manifestes vom 17.Oktober, in dem Kaiser Karl den Völkern Habsburgs ihre nationale Unabhängigkeit versprach. Nachdem sich eine nationale tschechische Regierung gebildet hatte, war klar, dass alle slawischen Nationen von Österreich abfallen werden. Als Österreich-Ungarn einen einseitigen Waffenstillstand ausrief, die Waffen also schwiegen, begann der „heldenhafte Sieg“ der Italiener! Der Zusammenbruch war keine Folge des italienischen Durchbruches sondern der italienische Durchbruch war eine Folge des Zusammenbruches der Front. 1933 berichtet die französische Zeitung „Le Crapouillot“: “Die Italiener vermochten nur deshalb vorzurücken, weil der Krieg virtuell zu Ende war und die Österreicher selbst den Rückzug angetreten haben – worauf die Italiener ihre „fieberwahnsinnigen“ Siegesberichte veröffentlicht haben.“ Die italienischen Berichte meldeten bis zum 3.November, dem Zeitpunkt, da die Waffen auf österr. Seite schwiegen, 30.000 Gefangene. Den Österreichern war beim Rückzug jede Kampfhandlung untersagt, so dass schwache motorisierte italienische Abteilungen ungehindert vorrücken konnten und alles für gefangen erklärte, was von ihnen bis zum 4.November überholt wurde. 436.674 Mann gingen in Gefangenschaft, davon kamen über 30.000 in italienischen Lagern um. Die „glorreichen Sieger“ – in Wahrheit Verbrecher – berichten von „furchtbaren Schlachten“ und diese Lügen von „militärischen Siegen“ stärkte ihre Position bei der „Friedenskonferenz“ in Paris. Im Österreichischen Milizverlag erschien über diese tragischen Ereignisse der Bericht von Otto Gallian „Monte Asolone 1918“, dort erfährt der interessierte Leser ganz genau, wie die verratenen Soldaten dachten und handelten: „Als die Kriegsmüdigkeit im Hinterland bereits spürbar war, loderten die Flammen der höchsten Soldatentugenden: die Vaterlandsliebe, Pflichttreue, Ehrgefühl und die Kameradschaft noch einmal empor. Unbesiegt fielen die Verteidiger der Heimat in die Hand der verräterischen Italiener!“ Aber auch vor siebzig Jahren hat Italien Österreich wieder verkauft und verraten, Mussolini garantierte, dass die „Schutzmacht“ Österreichs seine zugesagte Garantie der Unabhängigkeit nicht mehr garantiert, falls Truppen der Deutschen Wehrmacht in Österreich einmarschieren würden. Im Zweiten Weltkrieg wiederholte sich das soldatische Unvermögen Italiens. Nicht einmal in Nordafrika und am Balkan war man ohne Deutsche Hilfe in der Lage, den angefangenen Konflikt aus eigener Kraft zu bewältigen, wohl aber war man 1945 wieder auf Seiten der Sieger. Südtirol blieb weiter italienisch besetzt und die italienischen Uniformen glänzen wie eh und je – aber nur bei Paraden im tiefsten Frieden! Otto Gallian floh aus italienischer Gefangenschaft und resümiert: „Das Österreichische Volk hat den Frieden bekommen, den es – betört von diesen volksfremden Verführern – selbst herbeigewünscht hat: den Frieden um jeden Preis! Aber Jahrtausende Weltgeschichte haben gezeigt, dass ein Volk, das ohne Willen zur Selbstbehauptung verliert, zugrunde geht. Es muss von der Landkarte verschwinden, um anderen, lebensfähigeren Gebilden Platz zu machen. Für pazifistische Gefühlsduselei hat die Welt keinen Platz – ein Volk, das die Wehrfähigkeit aufgibt und sich in pazifistischen Träumereien ergeht, verliert jeden Anwert.“ Seit 1919 wissen wir es – „Der Rest ist Österreich!“

Längst sind alle Grenzen zwischen den ehemaligen Feinden gefallen, nicht einmal mehr „Finanzer“ stehen an den alten Schlagbäumen und Versöhnung liegt über alten Schlachtfeldern. Die Kriegsschauplätze können touristisch besichtigt werden und Italien hat seinen Helden monumentale Kriegerfriedhöfe gebaut. Allerdings wurden diese Toten auch propagandistisch  missbraucht, denn bis heute weht der faschistische Wind des Mottos „Glauben, Gehorchen, Kämpfen“ über jenen Gedenkhainen die einst Mussolini errichten ließ. In Österreich gibt es am Plöckenpaß Kriegerfriedhöfe, dort ruhen vereint die Toten aller ehemaligen Habsburgervölker und in nahezu jedem Dorf erinnert ein Mahnmal an die Opfer des dreißigjährigen Krieges im letzten Jahrhundert. Noch – denn schon besudeln linke Heimatverräter das Andenken an die Opfer der Jugend, welche ihr Leben geben musste, in der Blüte ihrer Jahre. Nicht nur von den Walschen wurden die k.u.k. Soldaten verraten, auch die Kriegsgewinnler, die roten Meuterer, linken Saboteure und streikenden Arbeitermassen im sicheren Hinterland verrieten die kämpfenden Fronttruppen, wie der bewährte Soldat Gallian zusammenfasst: „Was Deutschösterreich anbelangt, so ist seine Zukunft vorgezeichnet: Ein Kleinstaat letzter Ordnung, verfolgt und bedrückt vom Hasse seiner Feinde und der im Feindeslager stehenden ehemaligen Kampfgenossen. Ausgeplündert und wehrlos und – Dank der Vernichtungsarbeit seiner inneren Feinde – würdelos.“

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