Jugoslawienkrise

jugoslawien_krieg_20_jahre_grenze_body_ap.2077084

http://orf.at/stories/2063772/2063820/

Brennende Grenze

„Das Abendland geht nicht zugrunde am totalitären System, auch nicht an geistiger Armut, sondern an der hündischen Unterwürfigkeit seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten.“ (Gottfried Benn, 1956)

Im Österreichischen Milizverlag erschien die längst fällige Dokumentation des Sicherungseinsatzes an der Staatsgrenze zu Jugoslawien im Jahre 1991 durch das Österreichische Bundesheer. Autor des „Pallasch 24“ ist Brigadier i.R. Josef Paul Puntigam, wohl einer der legendärsten Truppenoffiziere des Heeres. „Der Puntigam“, zuletzt Kommandant der Jägerschule Saalfelden, scheute einerseits keinerlei Konflikte mit „Generalstabs- und Kasinooffizieren“, wenn er von einer Sache überzeugt war und er ist andererseits der Vorbildsoldat, wenn es darum geht, durch Beispiel zu führen. Dem Autor dieser Zeilen ist es eine Ehre, mit „Josef – Paul“ kameradschaftlich aus alter Jagdkampfzeit verbunden zu sein, denn als Kommandant der 2. Jagdkampfkompanie/522, mit Einsatzzone Spielfeld bis Mureck, wäre bei Mobilmachung diese meine Einheit im Brennpunkt der Ereignisse gestanden, aber dazu kam es nicht: „Die Gliederung des Österreichischen Bundesheeres und das Ausbildungssystem waren ausschließlich auf Mobilmachung ausgerichtet. Das Bundesheer bestand zu einem sehr geringen Teil aus Bereitschaftstruppe. Als Hauptträger des Einsatzes waren mobilzumachende Verbände vorgesehen. Aber wann wurde jemals in Österreich rechtzeitig mobil gemacht? Daher war dieses Konzept zwar billig, aber in der Realität unwirksam, da sich kein Politiker fand, der die Mobilmachung angeordnet hätte. Und das war der punktum knacktum.“ Wie der damalige Regimentskommandant von Strass mit den vorhandenen Kräften trotzdem seinen schwierigen Auftrag erfüllte, berichtet er informativ und spannend, mit historischem Rückblick und der Entwicklung des Auseinanderfalls unterschiedlichster Volksgruppen im Ex-Jugoslawien bis zu den Kämpfen zwischen der JVA mit den Territorialkräften Sloweniens. Informatives Bildmaterial sowie das Kommandotagebuch lassen die Dramatik der Lageentwicklung auch heute erahnen. Die vielgeschmähten „Draken“ der Luftstreitkräfte sicherten eindrucksvoll den Österreichischen Luftraum und die eingesetzten Bodentruppen gaben der Bevölkerung im Grenzgebiet ein Gefühl von Sicherheit, nach bangen ungewissen Tagen. Granaten landeten auf Österreichischem Hoheitsgebiet und die ängstigende Frage „was passiert noch“ begleitete viele Soldaten bei diesem Sicherungseinsatz. Diese Bedrohung hätte eine Mobilmachung der Milizkräfte erforderlich gemacht, doch wie bereits beim CSSR Einsatz 1968 drückten sich die Politiker von der Verantwortung und luden dem Österreichischen Bundesheer die Last auf, mit eigentlich unzulänglichen Mitteln und so manchem „Halbsoldaten“ die Sicherheit der Republik zu gewährleisten. Puntigams Chronologie des nicht für möglich gehaltenen Krieges in Europa ist eine Abrechnung mit lauwarmen Politikern, welche zwar über die Lageeskalierung informiert waren, aber daraus nicht die notwendigen Konsequenzen zogen.    Doch damals wie heute gilt für Soldaten vom Kaliber eines Josef–Paul Puntigam „nunquam perimus“.

http://www.youtube.com/watch?v=us02ZJEdGMk

http://www.youtube.com/watch?v=E04XIm1z7Mg

http://www.youtube.com/watch?v=zjK_e7__ah0

http://www.youtube.com/watch?v=32ZgVFAbX84

http://www.youtube.com/watch?v=evIq93iAuLs

http://www.youtube.com/watch?v=dLE2qQwp4Eo

http://www.youtube.com/watch?v=ueUJ_p4ftSA

http://www.youtube.com/watch?v=0oG4JbjpqUo

http://www.youtube.com/watch?v=liG-yut5jk8