Die Tragödie der Kosaken 1945

Panwitz

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Für Gott, Zar und Vaterland

General Pannwitz und die verlorene Kosakenarmee

Am 17. Jänner 1947 wurde Generalleutnant Helmuth von Pannwitz, Kommandeur des XV. Kosaken-Kavallerie-Korps, gemeinsam mit vier Kosaken-Atamanen in Moskau, im berüchtigten Lubjanka – Gefängnis, nach einem Schauprozess ermordet. Anlässlich seines sechzigsten Todestages sei ihm und seinen Getreuen mit ehrenvollem Respekt gedacht.

Die Kosaken, Nachfahren der Goten, waren seit den Tagen der Oktoberrevolution Feinde des Bolschewismus. Sie hofften mit Hilfe der Deutschen Wehrmacht, welche sie als Bollwerk gegen Stalins menschenverachtendes Regime betrachteten, wieder ihre alten Unabhängigkeitsrechte und ihre orthodoxe Religionsfreiheit zu erhalten. Mit der Aufstellung der 1. Kosaken-Kavallerie-Division 1943, konnten sie aktiv an der Befreiung ihrer Heimat vom Bolschewismus teilnehmen. Frauen, Kinder und alle nicht kämpfenden Männer siedelten sich, bedingt durch den Rückzug der Wehrmacht, in „Kosakia“, einem Siedlungsgebiet für die Kosaken, in der oberitalienischen Provinz Friaul, an. Unter dem Druck italienischer Partisanenbewegungen und um sich mit den nach Österreich ausweichenden Kosakeneinheiten ihres Kavallerie-Korps zu vereinigen, flüchteten die Kosaken-Stans 1945 in riesigen Trecks mit Pferd und Wagen nach Norden in das Gebiet von Kärnten und Osttirols, wo sie vom Zusammenbruch des Deutschen Reichs eingeholt werden sollten. Hugo Portisch berichtet in seiner Dokumentation „Österreich 2.“ über den nun folgenden Wortbruch der Engländer, welche versprachen, die Kosaken keinesfalls an Stalin auszuliefern: „Auf den Feldern am Nordufer der Drau schlagen die Kosaken ihre Zelte auf. Rund 50.000 Männer, Frauen und Kinder. Dann kommt der Befehl zur Abgabe der Waffen. Die Kosaken folgen dem Befehl, und doch wird zum erstenmal Misstrauen in ihnen wach: Würden die Briten ihre Zusage halten, sie nicht an die Sowjetunion auszuliefern? Denn für die Sowjets sind die Kosaken Vaterlandsverräter.“ Sie hofften nach Kanada, USA oder Australien auswandern zu können, denn viele Kosaken hatten britische Auszeichnungen, sie kämpften gemeinsam mit dem anglo-amerikanischem Expeditionskorps während des Bürgerkrieges gegen die Bolschewiken. Verliehen hatte diese Orden der britische Offizier Alexander, jener Alexander, der nun den Oberbefehl der britischen Truppen in Österreich hatte. Er hatte keine Skrupel seine ehemaligen Kampfgefährten an Stalin auszuliefern. Die Engländer brachen ihr Ehrenwort, das ein britischer Offizier gegeben hatte: “Meine Herren, bleiben Sie ruhig. Bis jetzt hat es noch nie den Fall gegeben, dass Kriegsgefangene, die unter der Obhut der britischen  Krone stehen, an einen anderen Staat ausgeliefert worden wären.“ Eine ewige Schande für die englische Armee folgte nun. Zuerst wurden Kosakenführer unter dem Vorwand die Auswanderung nach Übersee zu besprechen von ihren Familien weggelockt, dann umstellen britische Kampfeinheiten die Lager der Kosaken. Alle Bitten um Barmherzigkeit fruchten nicht, mit Gewalt bemächtigen sich die Engländer der Frauen, Männer und Kinder um sie auf LKW´s zu verfrachten. Lieber sterben als in Stalins Gulag - dazu nochmals Portisch mit dem Bericht eines Zeitzeugen: „Ich konnte sehen, wie sich viele Leute zur Brücke drängten. Als ich näherkam, bemerkte ich zwei Kosakenfrauen, eine hatte etwas in der Hand, was aussah wie ein Kleiderbündel, mit dem sie plötzlich heftig gegen das Brückengeländer schlug. Dann drückte sie das Bündel an sich und sprang in den Fluß. Da begriff ich, dass es ein Baby war, das sie soeben erschlagen hatte, um danach Selbstmord zu verüben. Und ich sah eine andere Mutter mit einem etwa fünf Jahre alten Buben. Auch sie nahm das Kind in die Arme und sprang mit ihm in den Fluß.“ Die Selbstmorde gingen weiter, bis Judenburg, wo die verratenen Kosaken an der Murbrücke der Roten Armee ausgeliefert wurden. Laut Genfer Konvention hätten die Briten die Kosaken nicht an Stalin ausliefern dürfen. Selbst die Sowjets zeigen sich überrascht, wer ihnen da alles von den Engländern serviert wird, denn allein 68 Prozent der überstellten Kosaken-Offiziere waren zuvor nie Bürger der Sowjetunion gewesen, kamen aus dem westlichen Exil. Sie hätten nach dem Völkerrecht nie den Sowjets überstellt werden dürfen. Die Engländer sprachen mit der Auslieferung für zehntausende Menschen das Todesurteil aus, auch für jene Kroaten, Slowenen, Domobranzen und Tschetniks, welche sie an Titos Schärgen auslieferten. „Eine Auslieferung an ihre Heimatländer wäre zweifellos verhängnisvoll für ihre Gesundheit“ heißt es zynisch in einem britischen Telegramm.

General Pannwitz begleitete in ehrenvoller Treue schließlich die Kosaken auf ihrem Weg bis in den Tod. Als der Krieg vor über war, entband H. von Pannwitz seine Offiziere, darunter viele Österreicher, von der Dienstpflicht, indem er sagte, sie hätten ihren Treueid erfüllt und könnten jetzt nach Hause gehen. Was ihn selbst betraf, so sagte er: “Solange das Schicksal unserer Freunde, der Kosaken, ungewiss ist, halte ich es für meine Pflicht, bei ihnen zu bleiben”. Nach diesen Worten schlossen sich die deutschen Offiziere ihrem Kommandierenden an, und wenig später teilten sie das Los der Kosaken, die am Leben geblieben waren, in Stalins GULAG. Die Ermordung von General Pannwitz war ein Willkürakt reinster Siegerlynchjustiz. Knapp ein halbes Jahrhundert später, im April 1996 wurde der deutsche Kosakenführer von der Moskauer Generalstaatsanwaltschaft offiziell rehabilitiert. In dem Beschluss hieß es: “Es liegen keine Beweise vor, dass von Pannwitz oder die ihm unterstellten Einheiten Greueltaten gegen die Zivilbevölkerung und die gefangengenommenen Rotarmisten zugelassen haben.“ Die Sieger waren nicht zimperlich, Verrat, Mord, Verschleppung, Vertreibung und die Rachejustiz ließ keine Gerechtigkeit aufkommen. Genau jene Methoden wurden angewandt, welche als Vorwand dienten, gegen Deutschland Krieg zu führen. Millionen Menschen wurden in Stalins und Titos Vernichtungslager ermordet. Ehrenhafte deutsche Offiziere, wie etwa auch der Österreicher General Löhr, oder eben General Pannwitz und seine Getreuen, wurden mit erfundenen Anklagen zu Verbrechern gestempelt. Heute wird vermutet, dass ein weiterer Grund für die Auslieferung der Kosaken die Rückführung der SS-Division „Galizien“ gewesen sein könnte, weil sich Churchill von deren Einsatz im aufkommenden Kalten Krieg Vorteile erwartet hatte. In Lienz erinnert heute der Kosakenfriedhof in der Peggetz und ein Gedenkstein für General Helmuth von Pannwitz und das XV. Kosakenkavallerie-Korps in Tristach an das damalige tragische Geschehen. Jährlich finden dort Gedenkfeiern der Überlebenden und der Nachkommen statt, die das Schicksal in die ganze Welt verstreut hat. Die damaligen Ereignisse werden Schritt für Schritt im Buch des Grafen Nikolai Tolstoy “ Die Verratenen von Jalta, Englands Schuld vor der Geschichte” nachgezeichnet, welches bald darauf und lange vor der Wende durch A. Solschenizyn auch in Russisch publiziert wurde. Der Nobelpreisträger erkennt die Ehre und Treue der Kosaken und ihrer deutschen Offiziere an und verurteilt den skrupellosen Verrat der „zivilisierten“ Siegermacht England – wehe den Besiegten!