Sandor Marai

glut

Ein Abend in den 40er Jahren in einem ungarischen Schloss. Der Besitzer Henrik, ein alternder General, erwartet seinen Jugendfreund Konrad, der ihn vor 41 Jahren nach einem Ereignis verliess, das bis heute ungeklärt ist. Der General fühlt, dass weder er noch Konrad in Ruhe sterben können, ehe nicht alles bereinigt ist, und ehe er nicht erfahren hat, was seine vor einigen Jahren verstorbene Frau Kryztina mit der Sache zu tun hat.
Zwischen den wenigen Einführungskapiteln und einem kleinen Schlußteil entspannt sich das Gespräch zwischen den ehemaligen Freunden, wobei aus dem Dialog ein Monolog wird. Der General nimmt die Vergangenheit zum Anlass, um über sein persönliches Leben zu reden und über das Leben im allgemeinen zu philosophieren. Seine wichtigsten Themen dabei sind Freundschaft, Treue, Freiheit, Toleranz, bleibend wichtige und existenzielle Themen nicht nur in Bezug auf die Entstehungszeit des Buches.
Es ist vor allem eine Szene, die im Gedächtnis haftet. Neugierde und Voyeurismus des Lesers werden zwar enttäuscht, aber im Nachhinein bleibt Hochachtung vor einem Menschen, der das Geheimnis eines anderen als dessen Eigentum würdigt: Freiheit und Vertrauen gründen nicht auf grenzenloser gegenseitiger Offenheit, sondern in der Größe des Menschen, der sie gibt.
Ein zeitloses Buch, nicht einfach und kurzweilig zu lesen, aber eines, das lange nachhallt.

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A1ndor_M%C3%A1rai

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